Erkunden Sie die Hansestadt Uelzen
Hansestadt Uelzen Fachwerkhäuser In Uelzen

Die heutige Hansestadt Uelzen blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Vier große Brände verzeichnet die rund 800-jährige Geschichte. Krankheiten und Kriege waren zu bewältigen. Zu Beginn wurde sogar der Standort gewechselt.

Gründung

Die Gründung eines Klosters im heutigen Ortsteil Oldenstadt bildete 973 den Ausgangspunkt für die Entstehung der Stadt Ullessen, die sich im Jahr 1200 zur Marktsiedlung entwickelt hatte. Gewichtige Gründe müssen im Spiel gewesen sein, als ein Großteil der Einwohner sich 1250 entschloss, auf das gegenüberliegende Ufer der angrenzenden Ilmenau umzusiedeln. Fortan unterstanden sie nicht mehr dem Kloster, sondern dem Grafen von Schwerin. Der Ort, zunächst Loewenwolde oder auch Neu-Ullessen genannt, entwickelte sich schnell. Schon 1270 verlieh ihm Herzog Johann von Braunschweig-Lüneburg die Stadtrechte.

Handel, Krankheiten und Katastrophen


Die frühe Bedeutung als Handels- und Kaufmannsstadt spiegelt sich in der Hanse-Mitgliedschaft wieder, die 1374 erstmals urkundlich erwähnt wird. Zwar spielte Uelzen nur eine kleine Rolle in dem mächtigen Wirtschaftsverbund, doch ein Handel mit Livland und Spanien ist nachgewiesen. Am Schnellenmarkt kaufte ein Londoner Handelskontor Uelzener Leinen auf, Tonkrüge wurden feilgeboten und das Brauereigewerbe florierte. Am 21. Oktober 1470 war Uelzen Schauplatz eines Hansetages. Eine besondere Ehre, denn diese Beschlussfassungen des Städtebundes fanden nur einmal jährlich, sonst meist in Lübeck, statt.

Nach der Pestkatastrophe von 1350, der rund 500 Einwohner zum Opfer fielen, starben 1597 erneut 510 Bürger (ein Drittel der Bevölkerung) an der Seuche. Schlimmer noch wirkte sich aber im Jahr 1646 ein Flächenbrand auf die Fortentwicklung Uelzens aus. „Der allergrößte und beste Teil der Stadt, die neben Lüneburg und Hannover zu den bedeutendsten des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg zählte, [wurde] erbärmlich eingeäschert“, berichtete ein Augenzeuge.

Uelzen wurde zwar in Fachwerkbauweise neu errichtet, konnte sich jedoch wirtschaftlich nicht mehr erholen und büßte stark an Bedeutung ein. Mit Eröffnung der Eisenbahnlinie Harburg -Lehrte (1847) und der späteren Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt begann ein neuer Zeitabschnitt. Im Jahr 1884 erfolgte die Ernennung zur Kreisstadt und der Bau der Zuckerfabrik (heute eine der größten und modernsten Anlagen Europas).

Uelzen heute

Heute ist Uelzen eine lebendige Stadt, die sich aufgrund der günstigen Lage zwischen Hamburg, Hannover, Bremen und Braunschweig zum Wohnen, Leben und Arbeiten anbietet. Eingebettet in die reizvolle Auen-Landschaft der Ilmenau und umgeben von drei Naturparks, ist die Region ein beliebtes Freizeit- und Urlaubsziel im Naturraum der Lüneburger Heide.  Über die Schiene, den Elbe-Seiten-Kanal und mehrere Bundesstraßen ist eine sehr gute Erreichbarkeit gewährleistet. Eine Autobahn-Anbindung ist in Planung.
Bei einem Rundgang ist die Geschichte an vielen Orten noch spürbar: Fachwerk, Marktstraßen, kleine Twieten, Kapellen und Gebäude der Neuzeit prägen die Innenstadt. Gegenwart und Zukunft verbinden sich zu einem harmonischen Ganzen.

Kunst und Kultur

In Uelzen entstand im Zuge der Expo 2000 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser einer der schönsten Bahnhöfe der Welt. Der Hundertwasser-Bahnhof ist zugleich Ausgangspunkt für den "Weg der Steine" - 21 bunt bemalte Felsbrocken der schwedischen Künstlerin Dagmar Glemme, die den Weg vom Bahnhof bis zum Rathaus in der Innenstadt säumen. Eine Fußgängerzone, verkehrsberuhigte Einkaufsstraßen und die Kunst am Wegesrand machen den Stadtbummel zu einem besonderen Erlebnis. Gemütliche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Das Kulturangebot ist, gemessen an der Größe der Stadt, überraschend groß und vielfältig. Das mehrfach ausgezeichnete Kino, das Theater an der Ilmenau, die Jabelmann-Eventhalle und das Kleinkunsttheater an der Rosenmauer sind Anziehungspunkte für Kulturfreunde aus nah und fern. Das Schloss Holdenstedt mit dem Regionalmuseum und der einmaligen Gläsersammlung ist im Spätsommer Mittelpunkt der Holdenstedter Schlosswochen, einer erlesenen Kulturveranstaltung mit Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen. Dem großen musikalischen Sohn Uelzens, Friedrich Kuhlau, ist alle zwei Jahre ein Flötisten-Wettbewerb mit internationaler Beteiligung gewidmet. Im Sommer findet außerdem jedes Jahr das OpenR Festival mit internationalen Musikgrößen auf dem Albrecht-Thaer-Gelände statt. Der Uelzener Weihnachtszauber, der zweimal wöchentlich stattfindende Vitalmarkt in der Innenstadt sowie der Weinmarkt sind weitere Veranstaltungshighlights.

In der St.-Marien-Kirche trifft der Besucher auf das Goldene Schiff, das Wahrzeichen der Stadt. Die Herkunft der mittelalterlichen Goldschmiedearbeit ist bis heute ein Rätsel. Lange Zeit wurde der Tafelaufsatz in Form einer Hansekogge mit dem früheren Handelskontor in London in Verbindung gebracht. Ganz in der Nähe des Gotteshauses steht das Uhlenköper-Denkmal, das Uelzener Geschichte und Touristenattraktion zugleich ist.

Touristische Angebote sowie Informationen u.a. zu Stadtgeschichte,  Kultur und Freizeit finden Sie im Internet auf www.hansestadt-uelzen.de.


Bilder der Hansestadt Uelzen

Uelzen

Stadt Uelzen
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