Rund 50.0000 Einwohner leben in der immer noch wachsenden Stadt, die zahlreiche Freizeitmöglichkeiten und kulturelle Angebote bietet. Eine starke Wirtschaft profitiert von den guten Verkehrsverbindungen und dem gesunden Mix der verschiedenen Wirtschaftszweige. Traditionell prägen die Möbel- und Holzindustrie, große Lebensmittelhersteller sowie Maschinen- und Fahrzeugbauunternehmen die Stadt.

Die ehemalige Landesgartenschau, inzwischen als „Flora Westfalica“ bekannt, verbindet entlang der Ems die beiden Stadtteile. Naturnahe Bereiche wechseln mit blühenden Parkanlagen, Spiel- und Veranstaltungsorten sowie dem Schloß und Park der Fürstenfamilie Bentheim-Tecklenburg ab.

Rheda-Wiedenbrück trat 2008 der Hanse der Neuzeit und 2018 der Westfälischen Hanse bei. In der mittelalterlichen Hansezeit gehörte Wiedenbrück als so genannte Beistadt zu Osnabrück. Aus den Zeiten der einflussreichen reisenden Kaufleute stammen noch manche Fachwerkhäuser in der Stadt. Das größte Fachwerkhaus der Stadt, wurde als „Hansehaus“ restauriert. Gerade in der Wiedenbrücker Altstadt können noch manche Häuser auf eine lange Handelstradition zurückblicken. Ebenso verbreitet sind Ackerbürgerhäuser, deren breite Deelen Platz für Fuhrwerke und landwirtschaftliche Güter boten.

Viele jahrhundertealte Fachwerkhäuser zieren besonders die Lange Straße. Dort konnte der Ursprung des Hauses 27 kürzlich auf das Jahr 1417 datiert werden. Wahrscheinlich diente es als Pilgerherberge. Die „Ankervilla“ aus dem Jahre 1473, heute ein Restaurant, wird als das zweitälteste Fachwerkhaus angesehen. Viele andere stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Das Modell einer dreirädrigen Wassermühle erinnert an die alte Mühle, in der von 1250 bis 1969 das Korn der Stadt gemahlen wurde.

Rheda-Wiedenbrück wurde 1970 zusammengefügt. Beide Stadtteile haben eine lange Geschichte.

Wiedenbrück ist der ältere Stadtteil. Schon im Jahre 952 erhielt der Osnabrücker Bischof Drogo von Otto II., dem späteren deutschen Kaiser, für seinen Ort das Münz-, Markt- und Zollrecht.

Wiedenbrück hatte eine Stadtmauer mit vier Toren und eine befestigte Burg. Von den vielen Türmen, die in die teilweise doppelte Mauer eingebaut waren, stehen nur noch die Reste des Zwingerturms. Das Historische Rathaus ist heute die gute Stube, beliebtes Standesamt und trägt das Wappen aus dem Jahre 1619. Im Zentrum des Stadtteils Wiedenbrück befindet sich die St. Aegidiuskirche. Das Querschiff stammt noch aus dem Jahre 1260, der Umbau erfolgte im Jahre 1505. Die Stiftskirche und mehrere Klöster prägten das Leben der Stadt. Die religiösen und handwerklichen Traditionen führten im Historismus zur Entstehung eines landesweit einzigartigen Verbundes von Werkstätten und Künstlern, die – später als „Wiedenbrücker Schule“ bezeichnet – weltweit Kirchenausstattungen und sakrale Kunst lieferten.

Auch der Stadtteil Rheda hat eine lange Geschichte. Das Wahrzeichen ist das Wasserschloss, dessen mächtiger Turm aus der Zeit von 1180 stammt. Die Burg wurde auf einem künstlichen Hügel errichtet, einer so genannten Motte. Bei der Burg entwickelte sich dann der Marktflecken Rheda zu einer Kleinstadt, die im Jahre 1355 die Stadtrechte bekam. Hier lebten die Burgmannen und viele Handwerker. Ein Leinewebermuseum informiert über die historischen Wurzeln.

Bernhard II., Burgherr der Wasserburg in Rheda, lebte von 1140 bis 1224 und hat als Bischof von Semgalen, dem südlichen Teil von Lettland, viel für die Entwicklung des Baltikums getan. An der Entwicklung des Ostseeraums hatten Bernhard II. und die Ritter, Priester, Baumeister, Siedler und Kaufleute aus seiner westfälischen Heimat starken Anteil. Rheda war zwar nie offizielles Mitglied im Hansebund, aber Bernhard II. kann als einer der Geburtshelfer der Hanse angesehen werden.

Wer heutzutage Rheda-Wiedenbrück besucht, erlebt eine traditionsreiche Stadt mit lebendiger Geschichtet. Wegen der vielen historischen Bauwerke ist Rheda-Wiedenbrück auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft historischer Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen.


Bilder der Hansestadt Rheda Wiedenbrück

Rheda Wiedenbrück

Flora Westfalica GmbH
Rathausplatz 8-10
33378 Rheda-Wiedenbrück