Erkunden Sie die Hansestadt Kyritz
Kyritz Bassewitzbrunnen Mit Marktplatz Tourismusverband Prignitz
Geschichte(n) von der Knatter

Entdecken Sie Kyritz

Als “Kyritz an der Knatter” ist die in der Prignitz, im Nordwesten Brandenburgs gelegene Kleinstadt, weithin bekannt. Der liebevoll-spöttische Beiname stammt der Legende nach von Reisenden, die einst auf dem Postweg Berlin - Hamburg hier Station machten und vom Rattern und Knattern hölzerner Mühlenräder empfangen wurden.

Begrüßt wurden die Gäste damals wie heute gern mit einem „Mord und Totschlag“. Der rauflustige Name steht für ein Schwarzbier, das in Kyritz schon im 17. Jahrhundert gebraut wurde und die Knatterstadt bis nach Hamburg, Lübeck und am kurfürstlichen Hof bekannt machte. Wenn Ihnen die Kyritzer also Mord und Totschlag anbieten, werden Sie nicht in eine Rauferei verwickelt, sondern zu einem Bierchen einladen.

Zugegeben: In der Vergangenheit ging es in Kyritz von Zeit zu Zeit weniger friedlich zu. So versuchte der mecklenburgische Raubritter Kurt von Bassewitz gleich zweimal Kyritz einzunehmen – ohne Erfolg dank der mutigen Kyritzer Marktfrauen. Wie der Sieg gelang, kann Ihnen in Kyritz jedes Kind erzählen: Es waren mutige Kyritzer Marktfrauen, die vor über 600 Jahren den Ritter mit heißem Hirsebrei übergossen und damit besiegten. Sein Schwert, mit dem er anschließend hingerichtet wurde, wird im kastellartigen Rathaus aufbewahrt und jährlich zu Beginn der Fastenzeit der Bassewitztag begangen.

Viele weitere Geschichten können Sie in der Heimatstube am früheren Franziskanerkloster Kyritz erfahren – beispielsweise zur Verleihung der Stendaler Stadtrechte durch die Edlen Herren von Plotho im Jahr 1237,  zur Mitgliedschaft von Kyritz in der Hanse, zu den zahlreichen Stadtbränden, zur Lage am Postweg Berlin-Hamburg oder auch zu Carl Diercke, dem berühmten Sohn der Stadt und Begründer des Weltatlas.

Altstadt entdecken

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft “Städte mit historischen Stadtkernen” des Landes Brandenburg hat sich Kyritz dem Erhalt historischer Bausubstanz verpflichtet. Viele liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser geben der Stadt einen ganz besonderen Charme. Auch der Kirchplatz und der gesamte Marktplatz mit seiner Friedenseiche und dem Bassewitzbrunnen wurden stilgerecht rekonstruiert. Neu gestaltet wurde auch der Rosengarten. Entstanden ist eine grüne Oase mit Spielplatz, der Skulptur Woge, einem Pavillon, Ruheplätzen, Wasserlauf und Teich.

Das 1303 erstmals erwähnte Franziskanerkloster gehörte zu den bedeutendsten der Mark. Das Klosterviertel wird seit 2017 saniert und zum Kulturzentrum der Stadt mit Museum, Veranstaltungsflächen und Bibliothek entwickelt. Hier befindet sich bereits heute die Heimatstube des Historischen Heimatvereins für Kyritz und die Ostprignitz mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte. Zudem können der Kirch- und der Klostergarten besichtigt werden. Mehrmals im Jahr finden hier Veranstaltungen der verschiedensten Art statt.

Geprägt wird das Kyritzer Stadtbild von der Doppelturmfront der St. Marienkirche, errichtet 1850 nach einem Entwurf des damaligen preußischen Oberhofbaurates Stüler. Sehenswert in der Kirche sind unter anderem das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, ein Gemälde aus der Rubensschule und die Reubke-Orgel von 1873.

Auf einem Stadtbummel können nicht nur historische Gebäude entdeckt werden. Hier warten auch mehr als 50 kleine, inhabergeführte Geschäfte darauf, von Ihnen besucht zu werden. Dort finden Sie ganz sicher das eine oder andere originelle Mitbringsel für sich selbst oder die Lieben zu Hause.

Seeluft schnuppern

Pflastermüde? Die Kyritzer Seenkette lädt zur Erholung und Naturbeobachtung ein.

Wie an einer Perlenschnur aufgezogen, erstrecken sich die Seen des Ober- und Untersees von Bork-Lellichow bis nach Wusterhausen/Dosse - ein etwa 20 Kilometer langes Freizeitparadies für Radler, Wanderer, Wassersportler, Angler oder einfach Ruhesuchende.

Außer den Dampfern der Fahrgastschifffahrt Wusterhausen, der Inselfähre und dem Wasserrettungsdienst dürfen keine Motorboote auf den Seen fahren. So ermöglicht die Kyritzer Seenkette ungestörte Kanutouren. Statt Lärm und Abgasen gibt es Entspannung pur.

Wassertreter und Ruderboote können am Untersee in den Strandbädern von Wusterhausen und Kyritz ausgeliehen werden. Diese bieten dank ihrer restaurierten historischen Bauten zudem eine Zeitreise in die Bädertradition der 1920er Jahre - bei gleichzeitig modernem Badevergnügen mit Sprungtürmen und Wasserrutschen.

Ein besonderer Ausflugstipp ist die Untersee-Insel – nur zu erreichen per eigenem Boot oder Fähre. Einst soll auf der Insel eine slawische Burg gestanden haben. Heute lädt eine idyllische Gaststätte – die „Insl“ - mit Terrasse und Biergarten zum Verweilen ein. Auf der Insl können die junge Küche aus regionalen Produkten genossen, in Liegestühlen am Steg entspannt und die Aussicht auf den See genossen werden. Für die Jüngsten gibt es am Seeufer und auf der Insel Spielplätze zum Klettern, Rutschen, Schaukeln, Toben.

Vom Verkehrslandeplatz Kyritz kann zu einem Rundflug, einer Ballonfahrt oder einem Segelflug gestartet werden. Am Verkehrslandeplatz lädt zudem das Agrarflug-Museum zur Erkundung der Geschichte des Agrarfluges ein.

Kyritz und die Hanse

Die Mitgliedschaft der Stadt Kyritz im Städtebund der Hanse ist bereits im Jahr 1358 nachweisbar. Im Jahr 1359 wird die Stadt erstmals schriftlich als Hansestadt erwähnt.

Die Handelsverbindungen der märkischen Kaufleute unter der Beteiligung der Kyritzer mit dem Wirtschaftsraum der Ostsee, Hamburg und über Hamburg auch mit Flandern reichen bis in das 13. und 14. Jahrhundert zurück.

Kyritz liegt am alten Postweg von Berlin nach Hamburg. Für den Fernhandel war jedoch der Wasserweg über die Elbe und die Nebenflüsse entscheidend. Wie wichtig für die Kyritzer der Wasserweg der Jäglitz war, über den man die Elbe erreichen konnte, beweist das 1259 von den Herren von Plotho auf die Kyritzer Bürger übertragene Recht der freien Schifffahrt auf der Jäglitz. Das Privileg enthält die Festlegung, dass der Flusslauf nicht durch Mühlen und Wehre verbaut werden durfte.

Für die Kyritzer sind der Getreidehandel und der Tuchhandel bestimmend, aber auch Wolle, Holz, Flachs und Hopfen wurden gehandelt. In Hamburg kauften die Kaufleute feine flandrische Tuche, Fisch, Metalle, Weine, Gewürze und gewerbliche Dinge.

Den Handel der Kyritzer Kaufleute mit der Hansestadt Lübeck belegt die im 14. Jahrhundert von Kyritz erlangte Zollfreiheit in Lübeck. Im Jahr 1417 wird die Stadt Kyritz letztmalig als Hansestadt schriftlich erwähnt.

1980 wurden in der niederländischen Stadt Zwolle die Hansetage der Neuzeit ins Leben gerufen. Seit dem 13. Hansetag, der vom 12. bis 15. August 1993 in Münster stattfand, ist die Stadt Kyritz offiziell Mitglied im Hansebund der Neuzeit. Seitdem beteiligt sich Kyritz aktiv an den Internationalen Hansetagen.


Bilder der Hansestadt Kyritz

Kyritz an der Knatter

Altstadt erleben und Seeluft schnuppern

Kyritz

Stadt Kyritz
Marktplatz 1
16866 Kyritz