Erkunden Sie die Hansestadt Kalkar/Grieth
Kalkarer Mühle

Mehr als jede andere Stadt am Niederrhein kann Kalkar Architektur, Kunst und Städtebau des Mittelalters als Einheit präsentieren – und der interessierte Besucher wird sich von der Atmosphäre einer mittelalterlichen, gleichwohl lebendigen Stadt begeistern lassen.

Calcaria nobile oppidum – Kalkar die edle Stadt – wurde am Vorabend der „Elftausend Jungfrauen“ (20. Oktober) 1230 von Graf Dietrich von Kleve gegründet. Schon 1242 erhielt der planmäßig gestaltete Ort Stadtrecht. Die edle Stadt Kalkar sollte wichtige Handelsstraßen miteinander verbinden, die weit bis in die Niederlande führten. Die Stadt am Niederrhein verfügte neben der Schafzucht und Wollweberei über bedeutende Einnahmequellen. Nicht weniger als 42 Brauerereien füllten das Stadtsäckel. Kalkar erlebte seine wirtschaftliche Blüte im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Mehr als 4.000 Einwohner lebten in über 500 Häusern. Von 1540 bis 1572 ist die Mitgliedschaft der Stadt in der Hanse (als Beistadt zu Wesel) dokumentiert. Zeuge dieses Reichtums ist die geplante und großzügige auch heute noch in ihrer Substanz erhaltene und als internationale Kulturdenkmal anerkannte Stadtanlage. Alte Treppen-giebelhäuser umsäumen den Marktplatz – von Kennern als der schönste am Niederrhein bezeichnet – und das den Markt beherrschende mächtige gotische Rathaus (1446).


Blick auf das Rathaus

Dieses Rathaus zählt zu den eindrucksvollsten Profanbauten des ausgehenden Mittelalters. Es übertrifft an Monumentalität und Umfang alle spätgotischen Rathäuser nördlich von Köln. Auf dem mit Rheinkiesel gepflasterten Marktplatz wächst noch die alte Gerichtslinde (1545). Nebenan in einer Gerichtslaube wurde Gericht gehalten. Zur Rechtsprechung nahm man den Sachsenspiegel zur Hand, heute das kostbarste Buch in der bedeutenden Sammlung des städtischen Archivs. Das Museum – ein altes Handelshaus von 1500 – ist auch im Innern in der ursprünglichen Raumdisposition erhalten: mit Hangkamer (hängende Kammer), Vorhuis (Halle) und Binnekamer (Innenraum). Zur Sammlung gehören Bilder und Plastiken von bekannten Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts, wie Nauen, Radziwill, Clarenbach, Janssen, Teuber, Sabisch. Neben bedeutenden historischen Stätten wie der großen, achtbödigen Windmühle am Hanselaerer Tor (von 1770; 1996 komplett restauriert) sowie verschiedenen gotischen, spätgotischen, barocken und Jugendstil-Häusern ist die St. Nicolai-Kirche zweifelslos das Juwel Kalkars. Die dreischiffige Pfarrkirche mit ihrem 70 Meter hohen Turm gehört mit ihren neun gotischen Eichenholzschnitzaltären, u.a. von Douvermann, gotischen Skulpturen und Malereien – darunter der Hochalter von Jan Joest - zu den bedeutendsten Kunst-Orten des Rheinlandes.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über 90 qkm, mit einer 15 km langen Ufer- und Vorlandregion zum Rhein hin. Dreizehn ehemals selbständige Dörfer und Landgemeinden bilden seit 1969 die moderne Stadt Kalkar, welche überreich an städtebaulichen und landschaftlichen Schönheiten ist. So zählt z.B. auch die kleine Hansestadt Grieth am Rhein nun zur Stadt Kalkar. Grieth ein altes Fischer- und Schifferstädtchen, bereits seit 1250 mit Stadtrechten versehen, ist heute ein schmuckes Ausflugsziel mit Rheinpromenade und Fähre für die vielen begeisterten Radfahrer im Radelparadies Niederrhein. In Kalkar kann jeder Gast seine eigenen Schwerpunkte setzen: Erholung und Bewegung, kulturelle Angebote und mittelalterliches Flair. Die in Kalkar sichtbare Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft macht das grenznahe Städtchen zu einem reizvollen Urlaubsort.


Bilder der Hansestadt Kalkar/Grieth

Kalkar/Grieth

Touristik-Information Kalkar
Grabenstraße 66
47546 Kalkar