Erkunden Sie die Hansestadt Helmstedt
Fachwerkzeile Holzberg

Im Naturpark „Elm-Lappwald“ liegt die historische Kreisstadt Helmstedt mit rd. 24.000 Einwohnern. Von der ersten Erwähnung im Jahr 952 bis zum Ende der Teilung Deutschlands blickt die historische Universitäts- und Hansestadt auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück.

Fernhandel und Gewerbe machten Helmstedt im Spätmittelalter zu einer bedeutenden Stadt des Landes. Sie übernahm mehrfach die Führung in den Niedersächsischen Städtebünden und gehörte mindestens zwischen 1426 und 1518 der Hanse an.

Sehenswert sind die vor den Toren der Stadt gelegenen Lübbensteine, Großsteingräber aus der Zeit um 3.500 v. Chr. und das älteste erhaltene Stadttor im Lande Braunschweig, der Hausmannsturm. Das frühere Kloster St. Marienberg mit seiner Schatzkammer und einer bundesweit bedeutenden Paramentenwerkstatt zieht ebenso Touristen an wie das ehemalige Benediktinerkloster St. Ludgerus und dessen Eingangsportal, das sogenannte Türkentor.

Berühmtheit weit über die Landesgrenzen hinaus erlangte die Stadt in der Neuzeit mit der 1576 gegründeten und von Herzog Julius privilegierten Landesuniversität, der Academia Julia. Im Jahre 1810 ließ Jérome Bonaparte - König von Westfalen - die Helmstedter Alma mater Julia schließen.

Das Stadtbild Helmstedts wird noch heute geprägt von zahlreichen Professorenhäusern und Fachwerkbauten aus mehreren Jahrhunderten. Viele der historischen Wohnhäuser sind mit herrlich verzierten Fassaden geschmückt, besonders beachtenswert sind das Hoflager des Herzogs Julius von 1567 am Papenberg und das älteste noch erhaltene Wohn- und Geschäftshaus Helmstedts aus dem Jahr 1491 am Marktplatz.

Eine besonders geschätzte Erholungsstätte im urwüchsigen Lappwald, mitten im Naturpark, ist der nur drei Kilometer von der Kernstadt entfernte Ort Bad Helmstedt, wo herrliche Wanderwege, Teiche und Grünanlagen einen besonderen Reiz entfalten. Sehenswert ist dort auch der Skulpturenpark, in dem aus regionalem Sandstein gefertigte, bis zu 4,50 m hohe Werke internationaler Künstler aufgestellt sind. Es lohnt sich, hier einen ausgedehnten Spaziergang um die Teiche zu machen, anschließend einen Kaffee zu trinken und in Helmstedt den Tag mit einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Folgt man den Rad- und Wanderwegen im Lappwald, so kann man Überreste der vorgelagerten mittelalterlichen Helmstedter Verteidigungsanlagen, die sogenannten Walbecker Warten sowie die noch erhaltene Magdeburger Warte entdecken.

In den Jahren 1924 bis 1927 wurde das heutige Brunnentheater gebaut und am 1. Juni 1927 unter dem Namen 'Kurtheater Bad Helmstedt' feierlich eröffnet. Noch heute wird der wohl einmalig mitten im Wald gelegene Prachtbau mit Abonnement- und Sondervorstellungen aus den Bereichen Schauspiel bis Komödie und Operette bis Musical regelmäßig bespielt. Die jährlichen Besucherzahlen bewegen sich zwischen 25.000 und 28.000 und zeugen davon, dass das Helmstedter Theater nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil des hiesigen Kulturlebens ist.

Wo lässt sich besser über das Zusammenwachsen Deutschlands nachdenken als dort, wo die Spaltung am deutlichsten wurde? Immerhin war Helmstedt für Jahrzehnte der größte und bedeutendste Ost-West-Grenzübergang.

Das Projekt “Grenzenlos-Wege zum Nachbarn” wurde am 07. November 1997 als “Projekt EXPO 2000” registriert. Es verbindet die lebendige Erinnerung an die Grenze mit intellektuellem Disput über Probleme und Chancen der Ost-West-Annährung sowie die Überwindung von Grenzen in den Köpfen der Menschen. Eine geführte 3-4 stündige Rundfahrt umfasst neben dem Besuch des Zonengrenz-Museums Helmstedt und des Grenzdenkmals in Hötensleben, wo auf mehreren hundert Metern die ehemaligen Grenzanlagen original erhalten sind auch eine Besichtigung des ehem. Grenzkontrollpunktes und heutigen Grenzdenkmals Deutsche Teilung Marienborn.

“Grenzenlos-Wege zum Nachbarn” heißt auch: Vorträge, Diskussionen, Gedankenaustausch über alle Fragen des Zusammenwachsens von Ost und West. Teil des Konzeptes sind deshalb die jährlich stattfindenden Universitätstage anlässlich des Tages der Deutschen Einheit. Im Hauptgebäude der früheren Universität - dem Juleum - treffen Wissenschaftler und Politiker aus ganz Deutschland zusammen. Die Vergangenheit der Teilung begreifen, um Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft aufzuzeigen - das ist das Anliegen von Grenzenlos - Wege zum Nachbarn.


Bilder der Hansestadt Helmstedt

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