Erkunden Sie die Hansestadt Doesburg
Hansefest Doesburg

Wenn man über die IJsselbrücke in die Stadt hineinfährt, hat man das Gefühl in die Zeit zurückversetzt zu werden. Es gibt nur wenige Städte in unserem Land die so gut erhalten geblieben sind als diese alte Hansestadt. Der mittelalterliche Straßenplan ist noch völlig unversehrt. Auch gibt es in der Innenstadt 150 Gebäude unter Denkmalschutz.

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Sie erzählen von Doesburgs reicher Vergangenheit. Die Stadt erhielt schon 60 Jahre vor Amsterdam, im Jahre 1237, Stadtrechte. Und auf diese Tatsache ist man stolz in Doesburg.


Doesburg, Stadt mit Kultur 

Auch auf kulturellem Gebiet hat Doesburg den Gästen viel zu bieten. Es gibt eine große Anzahl von Galerien und Kunsthandlungen in der Stadt. In der Martinikirche finden regelmäßig Konzerte statt. In den Sommermonaten spielen namhafte Organisten, aus den Niederlanden und aus dem Ausland, auf der einzigartigen Walckerorgel in dieser Kirche. Von Mai bis September finden hier auch Ausstellungen statt. 


Doesburg, Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten 

Alles finden Sie in Doesburg, ob Sie nun einen großen Supermarkt suchen oder einen guten Antiquitätenladen. In der alten Innenstadt gibt es viele Geschäfte unterschiedlicher Art, mit einem großen Warenangebot und mit freundlicher Bedienung wie in alten Zeiten. Und dazwischen liegen so manche Terrassen, die den Einkaufsbummel in Doesburg in den Sommermonaten noch gemütlicher machen. 


Doesburg, Stadt wo man sich erholen kann 

Wer sich aktiv erholen will, kommt in Doesburg sicher auf seine Kosten. An der IJssel findet man mehrere Campingplätze, klein und gemütlich aber auch groß und gut ausgestattet. Segeln, surfen und reiten sind ein paar der vielen Möglichkeiten. Touristen auf dem Wasser finden in Doesburg, ganz nah am Zentrum, einen Passantenhafen mit 40 Ankerplätzen. 


Doesburg, nicht nur Senf 

Doesburg ist vor allem bekannt als Senfstadt. Viele zehntausende Touristen besuchen jährlich das Senfmuseum und die Senffabrik. Hier wird immer noch auf handwerklicher Weise nach einem Jahrhunderte alten Rezept Senf hergestellt. Aber die Stadt hat noch ein paar interessante Museen: De Roode Tooren (Geschichte von Doesburg und Umgebung) Fotografica (Geschichte der Fotografie) und De Maurits 1940-1945 (Der Zweite Weltkrieg). 


Hansischer Städteführer Doesburg
I. Die Stadt

Doesburgs erste Erwähnung datiert aus der Zeit zwischen 1053 und 1071. Die Umgebung der Niederlassung muss seinerzeit aus Morast mit zum Teil unbewachsenen Sandaufspülungen bestanden haben. Daran erinnert noch der Name: Does bedeutet sumpfiges, morastiges Gebiet, während Burg oder Borg sowohl auf “Berg” wie auf “Burg” hinweisen kann.

Im Jahre 1237 wurden die Privilegien der Niederlassung von Graf Otto von Gelre derart ausgeweitet, daß Doesburg die Bezeichnung Stadt erhielt. Im Jahre 1343 stimmte Herzog Reinhald II. von Geldern und Zutphen einer Ausweitung der Stadt zu. Dank seiner günstigen Lage am Zusammenfluss von IJssel und Oude IJssel wuchs der Ort zu einer befestigten Niederlassung mit vier starken Stadttoren heran. Dies waren das Veer- oder Saltpoort, Koepoort, Meipoort und Ooipoort.

Schon im 13. Jahrhundert hatte sich Doesburg auch zum wichtigen Verwaltungszentrum eines großen Gebietes entwickelt, das bis an die deutsche Stadt Emmerich heran reichte.

Doesburg schloss sich im Jahre 1447 dem Hansebund an. Ansätze zu Handelskontakten mit Schweden existierten bereits seit dem Jahr 1302. In der Blütephase der Hanse war der Handel eine der wichtigsten Einkunftsquellen der Einwohner. Über den Rhein führten Doesburger Schiffer u.a. Bier und Textilien aus, während sie Wein, Erde und Mühlsteine importierten. Darüber hinaus spielte der Salzhandel eine wichtige Rolle. Dieser Grundstoff kam aus dem Süden Europas; und das Tor Saltpoort, durch das das Salz in die Stadt gelangte, verdankt diesem Handelszweig sogar seinen Namen.

Durch die Versandung der IJssel und die Schäden, die der Achtzigjährige Krieg (1568 bis 1648) und die französische Besatzung hinterließen, verfiel die Hansestadt zum unbedeutenden Marktplatz, dem lediglich als Festung noch einige Bedeutung zukam. Von 1607, als Prinz Maurits die Stadt als Grenzstadt einrichtete, bis 1945 beherbergte Doesburg beinahe ständig eine Garnison innerhalb der Stadtmauern. In den Jahren 1701 und 1730 legte Menno van Coehoorn eine starke Verteidigungslinie an: “Die Hoge en Lage Linie of Batterijen”. Noch heute ist ein Großteil hiervon vorhanden. Diese Wälle waren auch die Ursache dafür, daß Doesburg sich erst nach 1923 ausbreiten konnte. Durch den Mangel an Baugrund stagnierte bis dahin die Industrialisierung. Der erste grössere Industriebetrieb am Ort war eine Eisengießerei, die 1893 gegründet wurde.

Doesburg war lange Zeit eine arme Stadt. Dies hat ihr zwar ungewollt aus heutiger Sicht zum Vorteil gereicht. Eine Folge der Armut war, daß es wenig Investitionen gab und in der Stadt aus diesem Grund zahlreiche Gebäude erhalten geblieben sind. So kann man heute in Doesburg einen stolzen Besitz von größtenteils restaurierten Baudenkmalen, zum teil aus dem Mittelalter, bewundern. 

Doesburgs Stadtpatron ist der Heilige Martin, der seinen Mantel mit den Armen teilte. Zu Ehren des Stadtheiligen wird in jedem Juni in der Martinikirche die St. Maartens-Mahlzeit gehalten. Früher wurden zu diesem Anlass Landstreicher, Bauern, arme Leute und Ordensleute gespeist. Die Landstreicher und armen Leute von damals werden heute ersetzt durch eine Gruppe von jährlich etwa 1.500 Bürgern und Touristen, die sich gütlich tun an Suppe und St. Maartensbrot mit Melonen. Außerdem wird an diesem Tag ein buntes Program angeboten mit Musik und Tanzgruppen; ferner gibt es auch immer eine Sammlerbörse. 

In der Stadt wird auch Senf produziert, und zwar auf traditionelle Weise. Das Senfmuseum lockt jährlich Zehntausende Besucher an und zeigt ihnen, wie die Köstlichkeit vor Jahrhunderten hergestellt wurde. Selbstverständlich hat die Stadt noch mehr zu bieten. Doesburg liegt zentral zwischen den Regionen Achterhoek, Veluwe und Liemers – ein ideales Gebiet für Wander- und Fahrradausflüge. 

Doesburg ist heute eine lebendige Stadt, in der unter anderem der Große Konvent, das einstige “Stadsvleeshuis” und das “Gasthaus” an die reiche Hansevergangenheit erinnern. 

Im Regionalmuseum De Roode Tooren ist die Geschichte des Richterambtes Doesburg dargestellt. Im Museum Fotografica erfährt man alle Wissenswerte über eine der bedeutendsten Erfindungen des 19. Jahrhunderts.

Überraschend und empfehlenswert ist das kulturelle Ereignis, das jeweils am ersten Sonntag des Monats in Doesburg organisiert wird. Eine Kultur-Route führt Sie zu Galerien mit bildender Kunst, angewandter Kunst, Film, Musik und Poesie, Antik-Läden sowie mehreren Museen. 

Die Hansestädte Hasselt, Kampen, Zwolle, Hattem, Deventer, Zutphen und Doesburg liegen wie wunderschöne Perlen an einem glitzernden Fluß, der IJssel, die von manchen als der schönste Fluß der Niederlande bezeichnet wird. 


II. Die Überlieferung
Das Archiv

Kreisarchiv,
Nieuwstraat 4,
6981 AJ Doesburg

Tel. 0031-(0)313-481349

Öffnungszeiten: Do + Fr 9.00-12.00 und 13.00-16.00.

Die Bestände des Stadtarchivs aus der Zeit 1230-1811 umfassen 60 lfd. Meter. Darin befinden sich als Hansische Überlieferung u.a. die Rezesse der Kölner Quartierstage 1564-1567, die Rezesse von Lübeck 1615 und Arnheim 1651, Hansische Privilegien in England 1237-1486 und 1554. Wichtig sind auch die ab 1389 erhaltenen Stadtrechnungen. 

Literatur und wichtige Bestände für die Hansezeit und die frühe Neuzeit

Petersen, J.W. van und E.J. Harenberg, Doesburg, bijdragen tot de geschiedenis van een Hanzestad, Doesburg 1987.
Ven, A.J. van de, Het oud-archief der gemeente Doesburg, 2 Bände, Doesburg 1950.
Flink, K. en B. Thissen, ‘De Gelderse steden in de Middeleeuwen-data en feiten, aspecten en suggesties’, in: J. Stinner en K-H. Tekath. Het hertogdom Gelre Geschiedenis, kunst en cultuur tussen Maas, Rijn en IJssel, Utrecht 2003.
J.W. van Petersen, Reizen is Tol Betalen. De verkeersontwikkeling in en om het gebied van Rijn en IJssel tot de Bataafse omwenteling van 1795, 2002.


Bilder der Hansestadt Doesburg

Doesburg

Hansestadt Doesburg,
Philip Gastelaarsstraat 2,
Postfach 100,
6980 AC Doesburg