Boston Immer eine Reise wert
Boston Stump

Willkommen in Boston

Boston ist heute eine blühende Markt- und Hafenstadt, die mit ganz Europa Handel treibt. Sie besitzt ebenfalls eine Küstenfischereiflotte. Um den mittelalterlichen Marktplatz herum erstrecken sich die Stadt und mit all Ihren beschaulichen Straßen. Boston hat nicht nur eine faszinierende Handelsgeschichte mit der Hanse, sondern von hier aus haben sich auch die Gründungssiedler des „anderen“ Bostons in die USA aufgemacht.

Boston wurde wahrscheinlich nach St. Botolph benannt, dessen Namen viele Kirchen – vor allem im Osten Englands - tragen, wo er ursprünglich her stammt. Man nimmt an, dass er ca. im 7. Jh. in diese Gegend kam und ein Kloster, sowie eine Kirche neben einer Siedlung erbauen ließ, welche in „Botolph’s tun“ („Botolphs Tonne“) umgetauft wurde. Bis ins 11. und frühe 12. Jh. wurde Boston immer größer und wurde, aufgrund der günstigen Handelsroute zu Europa, eine wichtige Markt- und Hafenstadt.

Im 13. Jh. war der Hafen von Boston der zweitwichtigste hinter London und führend in der Ausfuhr von Wolle, als diese in England den Hauptexport darstellte. Handelshäuser wurden mit Verbindungen zu Klostern, wie dem Fountains Abbey, in der Stadt errichtet. Der Bau der prachtvollen St. Botolph Kirche begann 1309 und bereits 1317 gab es vier Mönchklöster in der Stadt. Diese unterhielten ebenfalls Verbindungen mit Händlern der Hanse, wie z.B. mit Wisselus Smalenburg, dessen im Jahr 1340 angefertigter Grabstein aus dem Franziskanerkloster nach St. Botolph überbracht wurde. Der Wollmarkt wurde im Jahr 1369 von Lincoln nach Boston verlagert, was dazu führte, dass die Händler dort die offizielle königliche Erlaubnis bekamen, Güter für die Ausfuhr beziehen zu dürfen. Auch die Stadt bekam dadurch einen besseren Status und dementsprechend auch Vermögen. 1377 war Boston die zehntgrößte Stadt Englands. In den 1380er Jahren war der Textilhandel dominierend, 89% des Exports wurde durch die Hansehändler in Boston und Lynn bewerkstelligt. Der Prozentsatz lag zwischen 1377-1427 bei 98%. Boston war nicht nur ein bedeutender Exporteur von Wolle, sondern auch von Wachs, Trockenfisch, Fischtran, Fell und Ziegenleder. Der jährlich stattfindende Jahrmarkt zog viele Händler aus ganz Europa an. Im Jahr 1545 gründete Henry VIII einen Stadtbezirk von Boston samt Bürgermeister und Kommune. Seine Tochter Elizabeth I bewilligte im Jahr 1568 das Bostoner Seegericht. Obwohl es heutzutage kein Seegericht mehr gibt, hat der Bürgermeister immer noch den offiziellen Titel des „Admiral of the Wash“ (Admiral von „the Wash“).

Besucher können dem „Wanderweg der Hansekaufleute“ folgen, welcher die Hinterlassenschaften aus der erfolgreichen Bostoner Geschichte aufzeigt. Das Packhouse Quay (Lager- und Packhallenkai) in der South Street, wurde von den Hanseschiffen für das Löschen/Abladen der Güter in den Lagerhallen benutzt, welches heute zum großen Teil zu Wohnungen umfunktioniert wurde. Gysor’s Hall (Gysors Halle) wurde ursprünglich für das Entrichten von Steuern, Zoll und Gebühren benutzt. Gegenüber dem Kai, befindet sich das Custom House („Zollhaus“), welches mit einem Wappen über der Tür versehen ist. Es wurde im Jahr 1725 errichtet und ist eines der ältesten Zollhäuser des ganzen Landes. Das einzig übrig gebliebene Kloster von insgesamt vier, befindet sich ebenfalls in dieser Gegend. Wenn man der South Street weiter folgt, findet man das wunderschöne Boston Guildhall  (Gildenhaus www.bostonguildhall.co.uk/). Die St. Mary’s Guild wurde im Jahr 1260 gegründet, dreißig Jahre nachdem die ersten Hansekaufleute in Boston nachgewiesen wurden. Das Gebäude, welches heute noch zu sehen ist, wurde während der Restaurierung auf das Jahr 1390 datiert. Ausgestellt ist eines der wenigen Stücke der Bostoner Hansezeit, das Siegel von Heinrich Kneival, einem Hansehändler aus Lübeck (http://www.bostonpreservationtrust.com/).

In der Nähe des Gildenhauses befindet sich ein weiteres Schmuckstück der Bostoner Architektur: das Fydell House . Erbaut wurde das Gebäude in den Jahren 1702-1703 während der Regierungszeit von Königin Anne aus der Jackson Familie. Erstanden wurde es von der Familie Fydell in den 1720er Jahren. Heute besitzt das Boston Preservation Trust das Haus, sowie sein liebevoll restaurierten Garten, welcher öffentlich zugängig ist (www.fydellhouse.org).

Prägend für den Marktplatz in Boston ist die St. Botolph Kirche (www.parish-of-boston.org.uk). Ihr Tiburio ist 272 Fuß bzw. 83 Meter hoch und ein Wahrzeichen, welches noch Meilen entfernt zu sehen ist. Gebaut wurde St. Botolph größtenteils im 14. Jh. Und sie ist eine der ältesten Gemeindekirchen Englands mit einem der höchsten Türme des Landes, welcher die mittelalterliche Blütezeit Bostons erkennen lässt. Im 17. Jh. war Boston der Tummelplatz von verschiedenen religiösen Ansichten, da man nicht mit den Lehren der etablierten Church of England übereinstimmen wollte. Im Jahr 1607 versuchte aus diesem Grund eine Gruppe Pilger aus Nottinghamshire, angeführt von William Brewster und William Bradford, in die Niederlanden zu fliehen, um sich dem Druck der Church of England zu entziehen. Zu dieser Zeit war eine ungenehmigte Ausreise illegal, weshalb sie in der Guildhall vor Gericht gezogen wurden. Die meisten Pilger wurden kurze Zeit später wieder freigelassen und setzten im darauf folgenden Jahr die Segeln nach Holland, wo sie sich in Leiden niederließen. Viele von ihnen waren im Jahr 1620 Teil der später allgemein bekannten Pilgerväter, die mit der „Mayflower“  nach New England aufbrachen.

John Cotton wurde im Jahr 1612 Pfarrer von St. Botolph und bekräftigte diejenigen, die keine religiöse Freiheit in England genießen durften, sich der Massachusetts Bay Company (dem historischen Vorläufer des heutigen amerikanischen Bundesstaats Massachusetts) anzuschließen. Laut einer Forschung eines amerikanischen Wissenschaftlers, entschloss sich Cotton seine Arbeit in St. Botolph niederzulegen und in Massachusetts diese fortzuführen, da er glaubte damit mehr erreichen zu können. Cotton und die Pilger aus dem Jahr 1633 gründeten schließlich das Boston in Massachusetts. Vier dieser Pilger wurden zudem die ersten Gouverneure von Boston und gründeten die Harvard Universität.

Der Marktplatz wurde vor kurzem verschönert und ist nun ein glänzender und offener Platz für Fußgänger. Dort gibt es den Wochenmarkt (jeden Mittwoch und Samstag), das jährlich stattfindende May Fair (Markt im Mai), den Kunsthandwerkermarkt und das Straßentheater. Umgeben ist der Marktplatz von mittelalterlichen Straßen, die viele kleinere Läden, Cafés und Restaurants beherbergen. Ebenso findet man viele lokale Geschäfte in den bekannten Einkaufsstraßen, wie dem Pescod Square.

Ein weiteres fantastisches Wahrzeichen von Boston ist die Maud Foster Mill  (Maud Foster Mühle), eine der größten, immer noch betriebenen Windmühlen Englands. Sie wurde von Issac und Thomas Reckitt im Jahr 1819 erbaut und ihre fünf Segel sind nach wie vor ein Erkennungssymbol Bostons (www.maudfoster.co.uk).

Boston bietet auch einen tollen Startpunkt um die Landschaft Lincolnshires zu bereisen. Das landesweit wichtige Salzmarsch Reservat des RSPB Frampton Marsh und RSPB Freiston Shore (www.rspb.org.uk) befindet sich direkt vor der Haustür, so wie die befahrbaren Wasserstraßen, Bostons Wälder, sowie das Water Rail Way, welches eine ideale Route mit Rad oder zu Fuß nach Lincoln bietet.

Viele benachbarte Dörfer von Boston haben einen Bezug zu Australien: Joseph Banks, ein Botaniker der auf der „Endeavor“ mit Kapitän Cook nach Australien gereist ist, war der Sohn eines wohlhabenden Gutsherren aus Lincolnshire. Nach dessen Tod, erbte er das Revesby Abbey, welches nur wenige Meilen von Boston entfernt ist. Matthew Flinders, der 1802 die australische Küste kartographierte, wurde in dem Dorf Donington geboren. George Bass, ein weiterer Entdecker, der zusammen mit Matthew Flinders gesegelt ist, wurde 1771 in Aswarby geboren. Er besuchte die Boston Grammar School und genoss eine Ausbildung als Chirurg im Boston Hospital.

Bostons Verbindungen zu Europa und besonders zum Baltikum, haben sich in den letzten Jahren verfestigt, vor allem in der Bevölkerung und im Handel.

Für weitere Informationen, besuchen Sie bitte die Homepage: www.visitbostonuk.com/


Bilder der Hansestadt Boston

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