Erkunden Sie die Hansestadt Attendorn
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Attendorn ist aus einer dorfartigen Siedlung entstanden, die am Schnittpunkt zweier Fernverkehrsstraßen lag. In der Regierungszeit Karls des Großen entstand bereits eine Urpfarrei. Von hier aus erfolgte die Christianisierung der Umgebung.

Der Entwicklung eines Marktes in Attendorn und dem Bau von Befestigungsanlagen folgte im Jahre 1222 unter Engelbert I. von Berg die Erhebung zur Stadt durch Verleihung des Soester Rechts. Die Errichtung der Burg Schnellenberg (um 1200) und der Erwerb der Waldenburg (1248) dienten der Sicherung kölnischer Interessen.


Aufstieg und Blüte

Attendorn verdankt die Zeit seiner Blüte im 13./14. Jahrhundert zum guten Teil den neun Zünften, besonders den Woll- und Leinewebern. 1255 trat Attendorn als einzige Stadt des Sauerlandes dem Rheinischen Städtebund bei.

Als Mitglied der Deutschen Hanse wurde die Stadt besonders im Bereich des Tuchhandels bekannt. So sind Attendorner Kaufleute häufig im Ostseeraum nachzuweisen; im Londoner Stalhof hatten die Attendorner sogar einen eigenen ständigen Vertreter. Besonders intensiv waren die Verbindungen zu Lübeck, wo sich die Kaufleute aus der sauerländischen Hansestadt niederließen und zu Ansehen und Wohlstand gelangten.

Attendorn war mittelbares Mitglied der deutschen Hanse und wurde auf den großen Hansetagen durch die Stadt Soest vertreten. Vorort war Attendorn selbst für die Städte Olpe, Drolshagen und Menden. Vermutlich hat Attendorn bis zur Auflösung der Hanse derselben angehört und dies durch regelmäßige Teilnahme an den Soester Hansetagen bekundet.

Bereits um 1200 war Attendorn erzbischöfliche Münzstätte. Beachtenswert sind die Münzprägungen im 13. und 14. Jahrhundert. Mittelalterliche Attendorner Münzen lassen sich von Brüssel bis nach Lubnice in Polen und bis zur Insel Gotland nachweisen. 


Rückschläge 

Viermal hatte die Stadt unter der Pest zu leiden, und zwar in den Jahren 1464, 1597, 1598 und 1613. Fast gleichzeitig mit der letzten Pest brach ein Großfeuer aus, das sich 1623 wiederholte. 1656 brannte die halbe Stadt ab. Bei weiteren Bränden in den Jahren 1710, 1737 und 1742 wurden ebenfalls große Teile der Stadt zerstört. Das letzte Großfeuer (1783) vernichtete 246 Häuser, die Pfarrkirche mit Turm und Chor, das Rathaus, die Klosterkirche und das Franziskanerkloster. Zur Zeit Napoleons erreichte die Stadt ihren tiefsten Stand, von dem sie sich erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder erholte. Im letzten Weltkrieg wurde Attendorn noch am 28. März 1945 durch Bomben und am 15. Juni desselben Jahres durch eine große Munitionsexplosion stark zerstört.


Entwicklung nach 1945 

Markanter Punkt im Laufe der jüngeren Stadtgeschichte ist die durch Gesetz zur Neuordnung des Kreises Olpe zum 1. Juli 1969 erfolgte Zusammenlegung der Gemeinden Attendorn-Land und Helden (mit Ausnahme der Gebiete Heggen und Oberveischede) mit der alten Stadt Attendorn zu der neuen Stadt gleichen Namens. Durch die kommunale Neuordnung vergrößerte sich das Stadtgebiet um das achtfache auf rd. 97 qkm mit ca. 25.000 Einwohnern. 


Brauchtumspflege

Ein reiches Brauchtum weist auf die alte Tradition der Stadt hin. Besonders hervorzuheben ist die Pflege des Karnevals, überregional bekannt ist der seit 1863 durchgeführte Veilchendienstagszug.

Das Osterbrauchtum, wie es in Attendorn gepflegt wird, ist in seiner Art wohl einmalig. Das Blasen vom Kirchturm auf dem alten Stadtwächterhorn, das Semmelsegnen am Karsamstag, Aufbau und Abbrennen der Osterfeuer an den vier Toren, die Prozessionen von dort zur Pfarrkirche, der Gebrauch eigentümlicher Osterlaternen: Das alles ist lebendig geblieben und lässt sich teilweise weit in die Vergangenheit zurückverfolgen, ohne das man die Ursprünge genau kennt.

Schützenvereine und Schützenbruderschaften sind im westfälischen Bereich überall anzutreffen. Es gibt jedoch weit und breit kaum eine derartige Vereinigung wie die Schützengesellschaft 1222 e.V., die mittelalterliches Brauchtum wie den Trillertanz und den Bügeltanz beibehalten hat. Alljährlich am ersten Juli-Wochenende feiern die Attendorner Schützen ihr Schützenfest.

Nikolausbruderschaften als Zusammenschlüsse von Fernkaufleuten hat es im Mittelalter an vielen Orten gegeben. In Attendorn existiert die bereits 1328 bestätigte Nicolaiconfraternität bis heute.

Die Vielfalt des Attendorner Brauchtums ist mit einem Bildband vergleichbar: Auf jeder Seite erscheinen die Motive aus immer neuen Blickwinkeln, die letztlich aber vor dem Hintergrund eines intakten Gemeinwesens zu einem prachtvollen Gesamtbild wachsen. 


Sehenswürdigkeiten

Auch heute noch künden der Sauerländer Dom (Pfarrkirche St. Johannes Baptist) mit romanischem Turm aus der Zeit um 1200 und dem gotischen Langhaus aus dem 14. Jahrhundert, die Hospitalkirche aus dem 14. Jahrhundert, zwei Stadttürme und andere Bauwerke von der wechselvollen Geschichte der Stadt. Im alten Rathaus, dem einzigen erhaltenen gotischen Profanbau Südwestfalens, wurde das Südsauerlandmuseum eingerichtet. Seit der Entdeckung der Atta-Höhle im Jahre 1907, der wohl größten und schönsten Tropfsteinhöhle Deutschlands, hat sich Attendorn zum bedeutendsten Ausflugsort des Sauerlandes entwickelt. Auch die Umgebung der Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten, so die Burg Schnellenberg , die seit 1594 der berühmten westfälischen Drostenfamilie von Fürstenberg als Wohnsitz diente. Bemerkenswert sind auch Kapelle und Burgruine Waldenburg; letztere wurde als ältestes Baudenkmal (11. Jh.) und als Verwaltungskeimzelle des Kreises Olpe in den letzten Jahren mit einem hohen ideellen und finanziellen Aufwand restauriert.

Ein ideales Erholungsgebiet bietet der Biggesee mit Campingplatz und Strandbad Waldenburger Bucht vor den Toren der Stadt. Der riesige Staudamm dieser mit fast 150 Millionen cbm Stauinhalt größten und schönsten Talsperre des Sauerlandes liegt zusammen mit der Listertalsperre und dem Ahauser Stausee in unmittelbarer Nähe der Stadt.

Seit April 2013 besitzt der Biggesee ein weiteres touristisches Highlight: Die neue Aussichtsplattform BIGGEBLICK ragt hoch über dem See. Dort kann man das Gefühl von Freiheit und Weite genießen. Die Plattform lädt die Besucher bei einem Gang über die Baumkronen zu einem atemberaubenden Ausblick auf den Biggesee ein.


Bilder der Hansestadt Attendorn

Attendorn

Hansestadt Attendorn
Tourist-Information am Rathaus
Kölner Straße 12
57439 Attendorn