Niedersachsen Yh 2019 2

Das niedersächsische Youth Hansa Treffen 2019 wurde zum ersten Mal in Stade von der STADE Marketing und Tourismus GmbH veranstaltet.

Dafür sind vier Jugendliche aus Lüneburg und Hildesheim begrüßt worden, die sich für das Wochenende vom 26. bis 28. April 2019 angemeldet hatten. Sie gehören zur youthHansa und sollten sich bei diesem Treffen auf die Hansetage 2019 in Pskov vorbereiten und näher kennenlernen.  

Die Hansetage wurden ursprünglich für den Austausch unter Kaufleuten aus europäischen Hansestädten ins Leben gerufen. Heute stehen die Hansetage für bunte Feste aus Kunst, Kultur und Musik, wo sich die Hansestädte präsentieren und untereinander austauschen können.

Die youthHansa (Jugendhanse) nimmt ebenfalls an den Hansetagen teil, um den Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den Jugendlichen zu fördern und Projekte zu besprechen.

 

Der erste Tag  

Die Gäste aus Lüneburg und Hildesheim wurden am Freitagabend in Stade empfangen und zum Traditionssegler „Wilhelmine in Stade“ begleitet. In den Mannschaftskajüten des Schiffes konnten sie ihr Gepäck ablegen und sich erst einmal auf ihrer neuen Unterkunft umsehen.  

Gemeinsam mit dem Teamleiter der STADE Marketing und Tourismus GmbH, Frank Tinnemeyer, dem Hansebeautragten Dirk Kraska mit seiner Begleitung, der erfahrenen Jugendhansevertreterin aus Stade, Lene Nell, und ihrer Betreuerin für dieses Wochenende, Darlyn Mattern, haben die Teilnehmer des Youth Hansa Treffens im Restaurant Mendoza zu Abend gegessen und sich untereinander ausgetauscht.

Keiner der Gäste war vorher schon einmal auf den alljährlichen Hansetagen gewesen, weshalb sie nicht wussten, was sie dabei erwarten würde. Insiderinformationen und Erfahrungsberichte haben sie dann bei einer gemütlichen Runde in der Mannschaftskajüte ihrer Unterkunft von Lene Nell bekommen. Welche Ereignisse bei jedem Hansetag wiederkehren und was die Austragungsorte jeweils unterschiedlich machen.

Beim Kartenspielen konnten sich die Teilnehmer noch etwas besser kennenlernen und unter einander austauschen.

     

Der zweite Tag

Für den Samstagvormittag war ein Segeltörn mit der Wilhelmine geplant, der aufgrund der Tidezeiten um 8.00 Uhr morgens losgehen sollte. Also musste früh aufgestanden werden, damit noch genügend Zeit für ein Frühstück mit frischen Brötchen vom Bäcker blieb.   Nachdem alle gesättigt waren und sich in den Sanitärräumen des Stadthafens frisch gemacht hatten, konnte es dann auch schon los gehen.

Zusätzlich zu den Jugendlichen waren noch Herr Kramski, der Kapitän und vier Besatzungsmitglieder an Bord, um den Gästen zu zeigen, wie man sich auf einem so großen Segelschiff verhält und arbeitet.    

Durch das kühle aber sonnige Wetter, konnten die Jugendlichen sich in der Zeit bis zur Elbmündung erst einmal auf das Deck setzten und die Landschaft genießen. Sobald das Schiff aus der Schwinge raus und in die Elbe fuhr, packten alle mit an. Die Besatzung zeigte den Gästen, wie sie die Segel aus ihren Hüllen befreiten und arbeiteten dann alle vier Segel gemeinsam ab. Für das Größte davon brauchte es vier Personen, um es zu hissen.  

Auf der Elbe spiegelte sich die Sonne und erwärmte das Deck der Wilhelmine, sodass man sich auch mal zurücklehnen und die Wärme auf der Haut genießen konnte. Zwischendurch wurden Obst und Kekse ausgeteilt, weil auch die Besatzung nach der Arbeit wieder zu Kräften kommen musste.

Manche saßen gemütlich beieinander und unterhielten sich, und hin und wieder durften auch die Gäste an die Pinne (an das Steuer), um das Schiff über die Elbe zu lenken. Das war schwerer als es aussah, da Windböen die Wilhelmine häufig weiter zur Seite drückten als gedacht. Wenn man dann nah am Ufer oder an anderen Schiffen vorbeifuhr, konnte es manchmal ziemlich eng werden.

Jedoch war der Kapitän oder eines der erfahreneren Besatzungsmitglieder immer mit am Steuer, um im Notfall zu übernehmen.  

Auf der Rücktour, Richtung Schwinge, kam wieder der Schiffsmotor ins Spiel. Die Gäste und die Besatzung ließen die Segel eines nach dem anderen herunter, um sie dann feinsäuberlich aufzuwickeln und anschließend in ihre Hüllen einzuschlagen. Sobald das Schiff im Stader Stadthafen einfuhr und anlegte, mussten die Jugendlichen direkt los zu ihrem nächsten Programmpunkt.

Das Youth Hansa Treffen sollte das grundlegende Thema Hanse und Hansetage an die Teilnehmer vermitteln. Deshalb wartete schon eine Gästeführerin am vereinbarten Treffpunkt, um die Gruppe zu einem Rundgang durch die Stadt mitzunehmen.

Als Hansestadt hat Stade eine weit zurückliegende Geschichte, die mit einzelnen anderen Hansestädten eng verwoben ist. Was hat Stade in diesem Sinn mit Lüneburg zu tun? Und welche Rolle spielt das Lüneburger Salz dabei? Diese und viele weitere Fragen wurden von der Gästeführerin ausführlich beantwortet. Sie zeigte den Gästen, wo die Kaufleute mit ihren Handelsschiffen ankamen, um ihre Ware zu verkaufen und die Hanse mit der Zeit ins Spiel kam. Die Tour endete am Museum Schwedenspeicher, wo die Gruppe von dem nächsten Gästeführer in Empfang genommen wurde.

Das Museum Schwedenspeicher hat eine Dauerausstellung über das Hansevolk, Europas Hansestädte und den Beginn der Hansetage. Mit der Führung durch die Ausstellung wurde das Thema der Hanse abgerundet und für die Gäste zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Dabei haben Landkarten an den Wänden und Ausstellungsobjekte in den Vitrinen die Geschichte umso anschaulicher und echter gemacht. Nach einer informativen Reise durch die Vergangenheit konnten die Jugendlichen sich erst einmal etwas entspannen. Bei einem kleinen Imbiss stärkten sie sich, bis die Gruppe zurück zum Segelschiff aufbrach.  

Am Abend fand das Hanse Song Festival 2019 statt, wo Künstler mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen an sieben Standorten in der Innenstadt von Stade verteilt ihre Lieder zum Besten gaben. Ob Akustisch-versierter Alternativ Rock, Popmusik mit Klavier und Cello oder jazzig-lässige Instrumentals auf Rap-Gesang, an diesem Abend war definitiv für jeden etwas dabei.     

   

Der dritte Tag

Mit dem ersten Blick nach Draußen war klar, dass die geplanten Programmpunkte für den letzten Tag nicht so stattfinden konnten wie gedacht. Die Kälte und der immer noch andauernde Regen machten dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung.  

Geplant war danach eine Kanu- bzw. SUP-Tour auf dem Burggraben von Stade. Da dies ins Wasser fiel, wurde daraus ein entspannter Spielevormittag mit anschließendem Grillen. Der SUP Club Stade hatte schon alles vorbereitet: der Grill war heiß, das Geschirr stand bereit und Getränke konnten sich die Teilnehmer nach Belieben nehmen.

Das erste niedersächsische Youth Hansa Treffen 2019 in Stade ging zu Ende. Die Teilnehmer aus Lüneburg und Hildesheim nahmen viel Input und zahlreiche schöne Erlebnisse mit nach Hause. Um sich als Veranstalter besser auf das Youth Hansa Treffen 2020 vorbereiten zu können, haben die Jugendlichen zu allen Aktivitäten ein Feedback abgegeben. Welche Programmpunkte sollten im nächsten Jahr unbedingt wieder miteinfließen und was könnte man verbessern, um die perfekte Balance aus Lehrreich und Erlebnis zu schaffen.

Auch für die STADE Marketing und Tourismus GmbH war diese Art von Veranstaltung neu und somit sehr aufregend. Wir freuen uns, dass sich unsere Gäste in Stade wohlgefühlt haben und fiebern schon dem nächsten Jahr entgegen.