Willkommen in Visby
Visby

“Visby ist ein hervorragendes Beispiel einer nordeuropäischen Hansestadt, mit einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Die gepflegten und bewahrten Gebäude und das einmalige Stadtbild spiegeln diese bedeutende Siedlung” So macht UNESCO es bekannt, warum Visby zum Weltkulturerbe in 1995 erklärt wurde.

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Der Platz, wo die Hansestadt Visby gebaut wurde, war schon im 7. Jahrhundert einen bedeutenden Marktplatz. Ausgrabungen auf dem Stora Torget bestätigen dass hier gab eine Siedlung bereits in der Steinzeit. 1161, im Artlenburg Vertrag, wurde der Platz als “die Küste Gotlands” benannt. Dieser Vertrag zwischen den Gotländern und dem deutschen Herzog Heinrich dem Löwen bezeichnet den Anfang der mächtigen Hanse. Visby hatte eine führende Rolle bis zum Mitte des 14. Jahrhunderts und war in dieser Zeit die mächtigste Stadt Nordeuropas. Der Stadtnamen Visby erscheint zum ersten mal 1203, in einer lettischen Chronik. Bereits 1231 hatte Visby zwei Stadträte und zwei Bürgermeister: einen deutschen und einen gotländischen. Dies beweist die Bedeutung und Stärke Visbys in der frühen Hanse. „Gutalagen“, das gotländische Recht, war auch in Novgorod, auf der Handelsseite der Stadt, gültig: Handel zwischen Novgorod und Gotland blühte schon in der Vikingerzeit.

Anfang des 13. Jahrhunderts wurden mehrere Kirchen und Klöster in Visby gebaut. Franziskaner und Dominikaner bauten zentral gelegene Klosteranlagen. Die Marienkirche, heute die Domkirche, wurde in 1225 eingeweiht und war die Kirche der deutschen Kaufmänner.In der Marienkirche gab es eine Kiste mit vier Löchern. In dieser Kiste wurden die Dokumenten des Novgorodhandels aufbewahrt. Die vier Schlüssel hatten die Bürgermeister in Lübeck, Visby, Soest und Dortmund und sie oder ihre Beauftragten müssten zweimal im Jahr in Visby zusammenkommen um die Kiste zu öffnen. Es beweist das Visby damals  Zentrum des Ostseehandels war.

1361 wurde Gotland vom dänischen König Valdemar erobert. Die Endschlacht fand ausserhalb der Stadtmauer Visbys statt. Tausende von Gotländern wurden geschlachtet aber die Kaufmänner der Stadt nahmen im Kampf nicht  teil. Sie zahlten den geforderten Beitrag zum dänischen König und konnten ihren Handel wie früher betreiben.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Handel auf Visby geringer und die Stadt hatte ihre Stellung in der Hanse verloren. Der Deutsche Orden herrschte auf Gotland 1398-1408, trat aber die Insel an die Kalmar Union ab (Union zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen). Während des nächsten Jahrzehntes wurde eine Burg in Visby erbaut, die niedergebrannt wurde, da Dänemark nach einem vergeblichen Eroberungsversuch die Insel endgültig1676 verlor. Seeräuberei herrschte während der dänischen Zeit um die gotländische Küste. Sören Norrby, dänischer Landesherr, hiess der berühmteste Pirat.

1645, im Friedensschluss eines Krieges zwischen Dänemark und Schweden, wurde Gotland schwedisch. Da waren die goldenen Zeiten Visbys seit längstens vorbei und die Stadt ging in den kommenden Jahrhunderten noch tiefer zurück. Die Reformation machte die Klöster zu und die Stadt konnte nur eine von den vielen Kirchen erhalten: die Marienkirche. Im 19. Jahrhundert wurde das Interesse für Visby als wertvoller historischer Ort erweckt und gegen das Ende des Jahrhunderts kann man schon einen beginnenden Tourismus wahrnehmen.


Visby heute

Visby ist eine bezaubernde, authentisch mittelalterliche Stadt. Enge Gassen, mittelalterliche Ruinen, die Domkirche, gepflegte alte Gebäude, nette Läden, Cafés und Restaurants machen Visby ein attraktives Reiseziel das ganze Jahr um. Im Landesmuseum kann man die reiche Geschichte Gotlands und Visbys verfolgen. Ein Spaziergang um die 3,5 Km lange Stadtmauer bietet ein einmaliges Erlebnis, egal ob in Winter oder Sommer. In der Domkirche Sancta Maria finden fast täglich Gottesdienste oder Konzerte statt. Die ehemalige Nikolaikirche wird in eine moderne Konzerthalle umgebaut – ohne den Charakter der mittelalterlichen Ruine zu verlieren. Im Sommer werden zahlreiche Konzerte hier angeboten. Wisby Strand&Congress, die schön am Meer gelegene Kongresshalle, bietet auch oft klassische und moderne Konzerte.

Zwei grössere Festivals finden im Sommer in Visby statt: die Mittelalterwoche und die Almedalenwoche. Die Mittelalterwoche spielt sich in der ersten Woche in August (KW 32) ab, von Sonntag bis Sonntag. In dieser Woche wird die Hansezeit wieder geweckt: historische Märkte, Schauspiele, Konzerte, Ritterspiele bieten den Besuchern ein authentisches komplettes Programm. Mittelalterliche Kostüme ist fast normale Bekleidung in dieser Woche – alle machen mit.

Die Almedalenwoche findet Anfang Juli statt (in der KW 27). Alle schwedische politische Parteien, Verbände, Körperschaften, Vereine und Massenmedien machen mit. Mehr als 1300 Seminare werden angeboten. Der internationale Kontext wird mehr und mehr augenfällig, mit mehren internationalen Referenten.

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