Erkunden Sie die Hansestadt Lüneburg
Sülfmeistertage

Spätestens im 9. Jahrhundert entstand zwischen Kalkberg und Ilmenau, einem Nebenfluss der Elbe, eine Siedlung, die 956 mit Saline, Kloster und Burg erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Lage an einem Flussübergang im Schutz der Burg und mit einer bedeutenden Produktionsstätte bestimmte die weitere Entwicklung des Ortes. 1247 verlieh der Herzog von Braunschweig-Lüneburg das Stadtrecht.

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I. Die Stadt

Seit dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts strebte Lüneburg nach wirtschaftlicher und politischer Unabhängigkeit von seinem Stadtherrn. Beides ermöglichten die Gewinne aus der Salzherstellung, auf die sich der Rat steigenden Einfluss zu verschaffen wusste. Bereits 1229 erhielten die Sülzbegüterten das Recht, jährlich den Sodmeister als leitenden Beamten der Saline zu wählen. Es handelte sich in der Regel um den Angehörigen eines Ratsgeschlechts. 1227 und 1239 erlangte Lüneburg für seine Bürger Zollprivilegien in Braunschweig und Hamburg 1269 erwarben die Sülzbegüterten die Pfannenschmiede der Saline und 1273 die Neue Saline, verbunden mit dem Verbot, neue Salzwerke im Fürstentum Lüneburg anzulegen. 1293 verkaufte der Landesherr den Ständen im Fürstentum das Münzrecht, wobei die Stadt Lüneburg den größten Teil der Kaufsumme bezahlte.

Die Salzproduktion brachte Lüneburg in Verbindung mit Lübeck, dem wichtigstem Ausfuhrhafen für Salz. Die Stadt gehörte dem Sächsischen Städtebund von 1246/66 und wenig später auch dem Wendischen an. Die Vermittlung zwischen beiden Quartieren war eine bedeutende Funktion Lüneburgs in der Hanse. Die Mitfinanzierung eines Feldzuges gegen Dänemark und die Teilnahme an einem Hansetag in Lübeck 1363 kennzeichnen die Stadt als Vollmitglied der „Städtehanse“. 1412 war Lüneburg erstmals Gastgeber der „Tagfahrt der Hansen“.

Das Handelsmonopol für das lange Zeit rare Salz ließ Lüneburg bis um 1600 auch kulturell erblühen. Trotz des Wegfalls der Residenz nach 1371 blieb seine Zentralfunktion erhalten. Erst mit der frühabsolutistischen Herrschaftspraxis und dem Merkantilismus setzte der langsame Niedergang Lüneburgs ein. Der Hanse verbunden blieb die Stadt bis ins 17. Jahrhundert, nachdem sie zwischen 1363 und 1530 zu etwa 350 hansischen Tagfahrten, meist Quartiers- oder Drittelstagen, Vertreter geschickt hatte. 1615 beteiligte sich Lüneburg zum letzten Mal an einem hansischen Unternehmen und schickte mit Lübeck, Hamburg, Bremen und Magdeburg Truppen zur Befreiung Braunschweigs von landesherrlicher Belagerung.

Von den Beschwernissen und Verheerungen der Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts konnte sich Lüneburg erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erholen, als es nach dem Bau der Eisenbahn von Hannover nach Harburg Anschluss an moderne Verkehrsinfrastrukturen fand. Das alte Salzwerk entwickelte sich zu einem Betrieb der chemischen Industrie, während die Solebadeanstalt als sein Ableger eine bedeutende regionale Gesundheitseinrichtung wurde und als Salztherme Lüneburg (SaLü) bis heute ist.

Durch die Ansiedlung weiterer Fabriken wuchs nicht nur das industrielle Potential, sondern die Stadt strebte seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts über ihre mittelalterlichen Begrenzungen hinaus. Die Hannoversche Landdrostei und später die Preußische Bezirksregierung verstärkten die Zentralität der Stadt. Dazu kam eine Reihe von Gerichten und Bildungseinrichtungen.

Die beiden Weltkriege haben Lüneburg unzerstört gelassen, doch fehlten danach lange Arbeitsplätze und Wohnungen. Zahlreiche Flüchtlinge kamen nach Lüneburg, gründeten aber teilweise auch neue Betriebe und schufen dringend notwendige Arbeitsmöglichkeiten. Zwar waren die britischen Besatzungstruppen ein Wirtschaftsfaktor, doch behinderten sie gleichzeitig den Ausbau des zivilen Wirtschaftsstandortes Lüneburg. Erst in den sechziger Jahren ging es damit aufwärts, was sich auch in der Stadtentwicklung bemerkbar machte. Rund um die Altstadt entstanden neue Wohngebiete. Seit den 70er Jahren erlangte auch der Schutz der historischen Bausubstanz erhöhte Bedeutung.

Die Ausweisung von Sanierungsgebieten half, den Charakter der Altstadt als Wohnquartier zu bewahren. Bauwerke und ganze Ensembles wurden als denkmalwürdig eingestuft, wobei das bedeutendste das zwischen dem Ende des 13. und Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Rathaus ist. Inzwischen ist die Stadt bestrebt, zusammen mit den umliegenden Landschaftsschutzgebieten in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen zu werden.

Mit dem Bau des Elbeseitenkanals und der Autobahn A 250 (heute: A 39) wurden im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts zukunftsträchtige Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen. Von noch höherer Bedeutung erwies sich die Konversion aufgegebener Kasernenanlagen zu Wohnbereichen bzw. zu einer Campusuniversität, der Leuphana.

Die Bevölkerungszahl Lüneburgs bewegte sich in der Hansezeit zwischen 10.000 und 12.000 Einwohnern und stieg bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges auf rund 14.000. Die Kriege des 17. und insbesondere des 18. Jahrhunderts ließen die Zahl auf etwa 9.500 schrumpfen. Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts trat eine spürbare Wende ein, und die Bevölkerungszahl der Hansezeit wurde wieder erreicht. Bis zum 2. Weltkrieg stieg sie langsam auf 39.000 Einwohner, betrug danach kurzzeitig etwa 65.000 und liegt heute bei rund 72.000. Eingemeindungen erfolgten 1943 und im Zuge der Gebietsreform von 1974. Lüneburg ist seit 1994 Oberzentrum und gehört zur Metropolregion Hamburg.


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