Erkunden Sie die Hansestadt Kyritz
Kyritz

Im Jahr 1147 legten die Herrn von Plotho eine deutsche Burg in Kyritz an. Diese diente dem Schutz der Eroberungen im damals slawischen Gebiet. In der Nähe der Burg entstand im Zuge der Kolonisation eine vorstädtische Siedlung aus der sich die Stadt Kyritz entwickelte.

Im Jahr 1147 legten die Herrn von Plotho eine deutsche Burg in Kyritz an. Diese diente dem Schutz der Eroberungen im damals slawischen Gebiet. In der Nähe der Burg entstand im Zuge der Kolonisation eine vorstädtische Siedlung aus der sich die Stadt Kyritz entwickelte. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Kyritz (slawisch: kyrisz) geht auf das Jahr 1232 zurück. Im Jahr 1237 verliehen die Herrn von Plotho der Stadt das Stadtrecht nach Stendaler Recht.

In den Folgejahren erhielt die Stadt das Münzrecht und das Recht der freien Schifffahrt. Durch den Ausbau des Mühlgrabens (Knatter) für den Mühlenbetrieb erhielt die Stadt den Beinamen „Kyritz an der Knatter“.

Am Anfang des 14. Jahrhunderts ist der Bau der stadtumschließenden Stadtmauer abgeschlossen. Reste dieser Befestigung sind noch heute erhalten.

Von Bedeutung im 14. und 15. Jahrhundert war das Kloster der Franziskanermönche. Hier verbrachte der bekannte Mönch Matthias Döring seinen Lebensabend. Er war Doktor der Theologie, Professor in Erfurt und Generalminister des Franziskanerordens. Er verfasste in Kyritz sein umfangreiches theologisches Werk.

Im Jahr 1359 wird die Stadt Kyritz erstmals als Mitglied im Städtebund der Hanse erwähnt.

Bis in die heutige Zeit wird die Erinnerung an die Überfälle des mecklenburgischen Raubritters Bassewitz im Jahr 1381 und 1411 wach gehalten. Die Kyritzer wehrten sich erfolgreich und nahmen den Ritter Bassewitz schließlich gefangen. Die Kyritzer feiern in regelmäßigen Abständen das Bassewitz-Fest.

Neben dem Bassewitz-Schwert gehört die 1478 in Köln gedruckte Ratsbibel zu den Kostbarkeiten der Stadt und kann im Rathaus besichtigt werden.

Die vielen Stadtbrände vernichteten immer wieder große Teile der Stadt in den vergangenen Jahrhunderten. Ebenso kam es häufig zu Pestepedemien, denen viele Menschen zum Opfer fielen.

Neben den Tuchmachern, Bäckern, Schustern und Schneidern bestimmten die Bierbrauer das Bild der Stadt. Jeder Bürger hatte das Recht, Bier zu brauen. Besonders bekannt geworden ist das Braunbier „Mord und Totschlag“, das im Mittelalter in vielen Hansestädten verkauft wurde.

Die Stadt hatte im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sehr unter Einquartierungen, Geldzahlungen, Proviantlieferungen und Durchmärschen zu leiden. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört und die Bevölkerungszahl sank auf ein Drittel der ursprünglichen Bevölkerung.

Erst 1714 konnte die fast 100 Jahre wüstliegende Kirche fertig gestellt und geweiht werden.

Seit 1718 war Kyritz Garnisonsort. Nach dem Sieg Napoleons über Preußen im Jahr 1801 war die Stadt durch französische Truppen besetzt. An diese Zeit erinnert auch ein Denkmal auf dem Kirchplatz für die Bürger Schulze und Kersten, die von der französischen Besatzungsmacht erschossen wurden.

1817 wird die Stadt Kyritz Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Ostprignitz und Sitz des Landratsamtes.

Das in der Mitte des Marktplatzes gelegene Rathaus brannte 1825 ab. 1833 wurde das neue am heutigen Standort eröffnet. Im Jahr 1880 konnte das heutige Rathaus als Neubau fertig gestellt werden.

In den Gründerjahren, Ende des 19. Jahrhunderts, gab es für die Stadt viele einschneidende Veränderungen, z.B. das neu erbaute Landratsamt, die Gründung der Stärkefabrik als größten Betrieb der Stadt, die Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Neustadt nach Pritzwalk, die Inbetriebnahme der Kleinbahn, die Eröffnung der Molkerei und die Gründung des Lehrerseminars zur Ausbildung von Volksschullehrern.

Bekannt wurde Kyritz nach dem II. Weltkrieg deutschlandweit. Hier erläuterte der KPD-Vorsitzende Wilhelm Pieck am 2. September 1945 das Konzept der Bodenreform. Daraufhin wurde dieses Konzept für die sowjetische Besatzungszone beschlossen und umgesetzt.


Kyritz und die Hanse

Die Mitgliedschaft der Stadt Kyritz im Städtebund der Hanse ist bereits im Jahr 1358 nachweisbar. Im Jahr 1359 wird die Stadt erstmals schriftlich als Hansestadt erwähnt.

Als Wirtschaftstyp verkörpert Kyritz die Handels- und Gewerbestadt, bei der sich Fern- und Zwischenhandel mit der Funktion als Nahmarktzentrum eines landwirtschaftlich geprägten Umfeldes verbindet. Wesentlich ist im Zusammenhang mit der Hansemitgliedschaft der Handel des Kaufmanns im Fernhandel.

Die Handelsverbindungen der märkischen Kaufleute unter der Beteiligung der Kyritzer mit dem Wirtschaftsraum der Ostsee, Hamburg und über Hamburg auch mit Flandern reichen bis in das 13. und 14. Jahrhundert zurück.

Kyritz liegt am alten Postweg von Berlin nach Hamburg. Für den Fernhandel war jedoch der Wasserweg über die Elbe und die Nebenflüsse entscheidend. Wie wichtig für die Kyritzer der Wasserweg der Jäglitz war, über den man die Elbe erreichen konnte, beweist das 1259 von den Herrn von Plotho auf die Kyritzer Bürger übertragene Recht der freien Schifffahrt auf der Jäglitz. Das Privileg enthält die Festlegung, dass der Flusslauf nicht durch Mühlen und Wehre verbaut werden durfte.

Für die Kyritzer sind der Getreidehandel und der Tuchhandel bestimmend, aber auch Wolle, Holz, Flachs und Hopfen wurden gehandelt. In Hamburg kauften die Kaufleute feine flandrische Tuche, Fisch, Metalle, Weine, Gewürze und gewerbliche Dinge.

Den Handel der Kyritzer Kaufleute mit der Hansestadt Lübeck belegt die im 14. Jahrhundert von Kyritz erlangte Zollfreiheit in Lübeck. Im Jahr 1417 wird die Stadt Kyritz letztmalig als Hansestadt schriftlich erwähnt.

Im Jahr 1980 wurden in der niederländischen Stadt Zwolle die Hansetage der Neuzeit ins Leben gerufen. Seit dem 13. Hansetag, der vom 12.-15. August 1993 in Münster stattfand, ist die Stadt offiziell Mitglied im Hansebund der Neuzeit. Seitdem beteiligt sich Kyritz aktiv an den Hansetagen.


Bilder der Hansestadt Kyritz

Kyritz

Stadt Kyritz
Marktplatz 1
16866 Kyritz