Die Hanse und die Dänen

Seit 1201 herrschte Dänemark über den gesamten Ostseeraum. Für den friedlichen Warenaustausch war das kein Nachteil und Lübeck konnte sich in dieser Zeit prächtig weiterentwickeln. 1225 sagte sich die Stadt jedoch vom Dänenkönig Waldemar II. los und vertrieb den dänischen Stadtherrn. Bis auf die große Halle riss man die Burg ab.

Norddeutsche Fürsten begehrten gegen Gebietsansprüche des Dänenkönigs auf und es kam am 22. Juli 1227 bei Bornhöved zu einer Entscheidungsschlacht, welche die Dänen verloren. Waldemar musste seine Vormachtstellung im Ostseeraum aufgeben und sich hinter die Eider zurückziehen. Die Grafschaft Holstein und Lübeck gehörten wieder zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Da die Schlacht am Namenstag der Heiligen Maria Magdalena stattfand, gelobte man, ihr im Falle eines deutschen Sieges ein Kloster zu stiften. Zu Ehren der Heiligen wurde dann auf dem Gelände der geschleiften dänischen Burg 1229 das Burgkloster errichtet.


Waldemar Atterdag

Im Jahre 1361 überfiel der Dänenkönig Waldemar IV., genannt „Atterdag“, die schwedische Insel Gotland, metzelte die Landbevölkerung vor den Mauern Visbys nieder und erpresste ein hohes Lösegeld von der Stadt. Dieser Gewaltakt forderte die Hanse zur Gegenwehr heraus.

1362 belagerte eine hansische Flotte erfolglos Helsingborg unter dem Kommando des Lübecker Bürgermeisters Johann Wittenborg. Waldemar Atterdag konnte einen Großteil der Hanseschiffe in seine Gewalt bringen, weil Wittenborg zu viele Truppen an Land beordert hatte. Gedemütigt musste das Heer den Rückzug antreten. Der glücklose Flottenkommandant und betrügerische Kaufmann wurde in Lübeck hingerichtet.

Die Hanse holte 1367 zu einem zweiten Schlag gegen Waldemar Atterdag aus. Auf einem Hansetag in Köln schlossen sich zahlreiche Städte zur sogenannten Kölner Konföderation zusammen. Wieder führte ein Lübecker Bürgermeister die hansische Streitmacht an. Bruno Warendorp hatte mehr Erfolg bei der Belagerung von Helsingborg, erlag aber seinen Verwundungen.


Höhepunkt und Niedergang

Im Frieden von Stralsund 1370 musste die dänische Krone den Triumph der Städte hinnehmen und die harten Bedingungen der Bürger anerkennen. Die Hanse stand auf dem Höhepunkt ihrer Macht.

Der dänische König Eric VII. führte 1425 den Sundzoll ein. Alle Schiffe, die durch den Öresund in die Ostsee einfahren oder sie verlassen wollten, mussten Zoll bezahlen. Diese Maßnahme sorgte jahrhundertelang für Streitigkeiten, besonders mit der Hanse.