Adresse
Stadt Stade, Hökerstraße 2, 21677 Stade
Tel.: 04141/401-0
Internet: www.stade.de
E-Mail: info@stadt-stade.de; stade.tourismus-gmbh@stade.de
Hansischer Städteführer Stade

I. Die Stadt

Stich Braun-Hogenberg
Unter schwedischer Herrschaft (1645-1712) wurde die Stadt Verwaltungszentrum und zur europäisch bedeutenden Festung ausgebaut. Die Belastungen durch die europäischen Kriege Schwedens schwächten die wirtschaftliche Kraft der Stadt, die 1715 an Kurhannover fiel, jedoch nachhaltig. Erst im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt wieder langsam und fand den Anschluß an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Der Festungsring um die Stadt wurde erst seit 1880 niedergelegt; dadurch wurden nach 1900 eine erste geplante Stadterweiterung und die Gründung neuer industrieller Betriebe möglich.

Hansehafen und Schwedenspeicher
Von dem kurz vor 1279 errichteten ältesten Rathaus haben die Gewölbe der Kaufhalle den großen Stadtbrand von 1659 überstanden. Sie erinnern zusammen mit dem Alten Hafen an die Hansezeit Stades. Ebenso machen die Struktur der Stadt und die Straßenführung die Hansezeit der Stadt sichtbar.
II. Die Überlieferung
Das Archiv
Stadtarchiv Stade, Johannisstraße 5, 21682 Stade
Tel. 04141/401460; Fax 04141/401462; E-mail:
info@stadt-stade.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 8.30-12.00; Di 13.30-15.30, Do
13.30-17.30

Stader Statuten von 1279
Die Bestände umfassen etwa 1.500 laufende Meter Urkunden, Akten, Zeitungen, Pläne, Fotos. Die Hauptmasse der archivischen Überlieferung setzt jedoch erst im 17. Jahrhundert um etwa 1640 ein. Sie reicht ohne größere Verluste bis an die Gegenwart heran. Die städtischen Bestände werden ergänzt durch die deponierte Überlieferung der Kirchen und der spätmittelalterlichen Brüderschaften sowie das Schriftgut einiger bedeutender Unternehmen.
Der Stadtbrand von 1659 hat den größten Teil des städtischen Archivs zerstört. Erhalten sind aus Hansischer Zeit die städtischen Privilegien ab 1204, ein nicht sehr umfangreiches Kopiar und die Bücher der freiwilligen Gerichtsbarkeit ab 1286, die mit den Aufzeichnungen des Grundstücksverkehrs und der Auflassung von Hypotheken die innere wirtschaftliche Entwicklung einer mittleren Hansestadt dokumentieren. Weitere Überlieferung zur Hansischen Geschichte ist daher vor allem zu suchen in den Quellenpublikationen zur Hanse sowie in den Briefbüchern und Kopiaren anderer Hansestädte.
Eine Besonderheit bilden die „Stader Statuten“ von 1279, die älteste erhaltene Stadtrechtshandschrift in Mittelniederdeutsch.
Wichtige Bestände für die Hansezeit und die frühe Neuzeit
I. Urkunden
Davon 77 aus der Zeit 1204-1598, insbesondere Privilegien
II.
Amtsbücher und Handschriften
1. Stadtbücher
23 Bände 1279-1888: die Stader Statuten von 1279, das erste Stadtbuch (1286-1367),
Erbe- und Rentebücher ab 1367, Kopiar 1204-1550
2. Ratsprotokolle ab 1632
3. Kämmereiregister ab 1619
III.
Akten
1. Magistratsarchiv
In der Überlieferung befinden sich verstreut aus dem Brand gerettete Vorakten
des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Literatur und Präsentation
Jürgen Ellermeyer: Stade 1300-1399. Liegenschaften und Renten in Stadt und Land. Untersuchungen zur Wirtschaftsstruktur einer Hansischen Landstadt im Spätmittelalter. Stade 1975.
Jürgen Bohmbach (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt Stade. Hildesheim/Stade 1981.
Jürgen Bohmbach (Red.): Handbuch der Niedersächsischen Hansestädte. Stade 1983.
Jürgen Bohmbach, Christian Lübbers, Gerd Mettjes, Wolfgang Münchenhagen: STADE. München/Zürich 1988 (Große Kunstführer, Band 150).
Jürgen Bohmbach (Red.): STADE. Von den Siedlungsanfängen bis zur Gegenwart. Stade 1994.
Fernhandel und Stadtentwicklung im Nord- und Ostseeraum in der hansischen Spätzeit (1550-1630). Symposion zum 14. Hansetag der Neuzeit in Stade am 8. und 9. April 1994. Stade 1995.
Das Regionalmuseum im restaurierten schwedischen Provianthaus (Schwedenspeicher) am Hansehafen des 13. Jahrhunderts zeigt die Stadtentwicklung anschaulich. Dabei wird auch die Hansezeit optisch eindringlich präsentiert.


