Die Entstehung Pritzwalks ist eng mit der Lage am Knotenpunkt verschiedener Landhandelswege verbunden. Der bedeutendste war zweifellos derjenige zwischen den alten slawischen Herrschaftszentren Wittstock und Lenzen. Von Lenzen aus erschloß sich über die Elbe die Verbindung mit dem Nordseeraum. Daneben verbanden die Wege über Parchim und Meyenburg Pritzwalk mit dem Ostseeraum. Dominierend jedoch blieb die Ost- West- Verbindung, die sich im Grundriß der Stadt widerspiegelte.
Zwischen Kemnitzer und Perleberger Tor verläuft die Marktstraße mit dem Marktplatz.Die Marktstraße war bereits früh als breite Magistrale angelegt, die den Händlern mit ihren Fuhrwerken ausreichend Platz bot und durch mehrere Brunnen auch die Wasserversorgung der Pferde und des Viehs ermöglichte. Die vergleichsweise Enge des Marktplatzes legt nahe, daß die Marktstraße selbst auch als Ort des Handels und des Warenstapels genutzt wurde.
Bereits in der Stadtrechtsurkunde von 1256 wird eine “Fraternitas mercatorum” (Kaufmanns-Bruderschaft) erwähnt. Sie trieb regen Fernhandel vor allem auch mit den Hansestädten an Nord- und Ostsee. So sind im Schuldbuch von Hamburg aus dem Jahre 1288 die Pritzwalker Kaufleute Richardus, Rico und Joh(annes). de Hertsfelde verzeichnet. Im 14. Jahrhunderts erlebte der Pritzwalker Handel eine frühe Blüte. Für das Jahr 1359 ist die Mitgliedschaft Pritzwalks in der Hanse sicher nachgewiesen, als Rostock die Stadt zu einem allgemeinen Hansetag nach Lübeck einlud.







