Osnabrück liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung zwischen den
Höhenzügen des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges. Die Stadt
hat eine herausragende Bedeutung als Universitäts-, Hanse- und
Industriestadt und ist das Zentrum einer Region, in der über
700.000 Einwohner leben. Ihre Existenz verdankt sie einer
Entscheidung Karls des Großen vor mehr als 1200 Jahren. Um 780
gründete er hier an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen eine
Missionszelle. Auch heute kreuzen sich in der mit 165.000
Einwohnern drittgrößten Stadt Niedersachsens die Wege von
Skandinavien nach Westeuropa und von den Niederlanden nach
Osteuropa.
In Osnabrück wurde Geschichte geschrieben. „Pax Optima rerum – Der
Friede ist das höchste Gut“: Diese Einsicht stand 1648 am Ende des
Dreißigjährigen Krieges und war die zentrale Botschaft des
Westfälischen Friedens, der in Osnabrück und Münster ausgehandelt
und von den Rathaustreppen verkündet wurde.
Von mittelalterlichen Gassen umgeben liegt das historische Rathaus
mit seinem Friedensaal in der Osnabrücker Altstadt. Im Friedenssaal
des Rathauses erinnert eine Porträtgalerie an die Herrscher und
Gesandten, die an den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden
beteiligt waren. Darunter sind der französische „Sonnenkönig“
Ludwig XIV., der deutsche Kaiser Ferdinand III. und Königin
Christina von Schweden. 1998 trafen sich im Friedenssaal 20
europäische gekrönte und ungekrönte Staatsoberhäupter, um das
350-jährige Jubiläum des Friedensschlusses zu feiern. Diese
Zusammenkunft der Monarchen und Präsidenten Europas gilt als das
größte protokollarische Ereignis in der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland.
In der Schatzkammer des Rathauses wird der Kaiserpokal und die
älteste Schützenkette Osnabrücks, beide aus dem 13. Jahrhundert,
sowie eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages - das
„Osnabrücker Friedensinstrument“ - aufbewahrt.
Online-Visitenkarte - Osnabrück

Rathaus und Markt

Der Osnabrücker Marktplatz vor dem Rathaus gehört zu den schönsten
Ensembles mittelalterlicher Stadtarchitektur. Er wird umrahmt von
der um 1300 erbauten Marienkirche auf der einen und Bürgerhäusern
auf der anderen Seite. Unweit des Marktplatzes befindet sich auch
der mächtige spätromanische Dom. Im 2008 umgebauten und
modernisierten Diözesanmuseum sind unter anderem der Domschatz mit
liturgischen Geräten und Reliquiaren verschiedener Art und
Kleinodien aus Gold, Silber, Elfenbein und Bergkristall sowie
Skulpturen, Gemälde, kirchliche Textilien und Möbel zu bewundern.
Darunter befinden sich Werke von höchstem künstlerischen Rang wie
das Kapitelkreuz – ein Hauptwerk der Goldschmiedekunst des 11.
Jahrhunderts –, ein Kamm aus Elfenbein aus dem 10. Jahrhundert und
das „Schachspiel Karls des Großen“ aus Bleikristall. Hervorzuheben
sind die zahlreichen Skulpturen aus der bedeutendsten
Bildhauerwerkstatt Osnabrücks im Spätmittelalter – der des
„Meisters von Osnabrück“ – und das Tafelbild des „Soester Meisters
von 1473“ mit der Darstellung der Heiligen Sippe. Glanzstück der
Textiliensammlung ist das Priestergewand von Bischof Benno II. aus
byzantinischem Seidengewebe.
Unmittelbar neben dem Rathaus führen die malerischen Gassen des
Heger-Tor-Viertels zum ältesten Museum Osnabrücks, dem
Kulturgeschichtlichen Museum. Es präsentiert eine sehenswerte
Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und beherbergt in seinem
Grafischen Kabinett über 200 Drucke Albrecht Dürers.
Das benachbarte, architektonisch äußerst ungewöhnliche
Felix-Nussbaum-Haus wurde 1998 eröffnet. In dem Museum, das nach
dem Entwurf des berühmten amerikanischen Architekten Daniel
Libeskind entstand, werden über 180 Gemälde des jüdischen
Osnabrücker Malers Felix Nussbaum präsentiert. Dies ist die
weltweit größte Sammlung mit Arbeiten des 1944 in Auschwitz
ermordeten Künstlers, der die Angst der verfolgten Juden und die
Gräuel des Nationalsozialismus in seinen Bildern verarbeitet hat.

Felix-Nussbaum-Haus
Ein berühmter Sohn Osnabrücks ist auch der Schriftsteller Erich
Maria Remarque, der 1929 mit seinem Roman „Im Westen nichts Neues“
weltweit bekannt wurde und zu den meistgelesenen Autoren des 20.
Jahrhunderts zählt. Im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum direkt
am Markt widmet sich eine Ausstellung seinem Leben und Werk. Hier
sind unter anderem Auszüge aus dem Originalmanuskript des Romans
„Im Westen nichts Neues“ zu sehen. Das Erich Maria Remarque-Archiv
enthält die weltweit umfangreichste Sammlung von Materialien zur
Biographie und zum Oeuvre des Autors.
Nicht weit vom Erich Maria Remarque-Friedenszentrum entfernt
befindet sich auch eine der atmosphärisch interessantesten
Kunsthallen Norddeutschlands, die Kunsthalle Dominikanerkirche. In
dem um 1300 erbauten Kirchenschiff werden überregional bedeutende
Ausstellungen moderner Kunst präsentiert. So treffen sich hier auch
jedes Jahr im Mai Medienkünstler aus aller Welt zum European Media
Art Festival.
In der Nähe der Kunsthalle Dominikanerkirche befindet sich der
Bucksturm, der Anfang des 13. Jahrhunderts als Wachturm innerhalb
der Stadtmauer errichtet wurde. Darin ist der „Johanniskasten“
ausgestellt, der an die Nutzung des Turms als Gefängnis erinnert.
„Namensgeber“ Johann von Hoya saß als Kriegsgefangener von 1441 bis
1447 in diesem Kasten. Während der Hexenverfolgung im 16. und 17.
Jahrhundert diente der Bucksturm auch als Folterkammer. Deswegen
werden hier auch die ideologischen Hintergründe und das Verfahren
der Hexenverfolgung dargestellt.
Auch das barocke fürstbischöfliche Schloss aus dem 17. Jahrhundert,
heute Sitz der Universitätsverwaltung, und sein prächtiger Garten
laden in der Innenstadt Osnabrücks zu einem Besuch ein.

Im Süden der Stadt, an den Hängen des Schölerberges, sind der
Osnabrücker Zoo mit seinen 2500 Tieren und das naturkundliche
Museum am Schölerberg, das auch ein Planetarium beherbergt,
angesiedelt. Das Museum ist in seiner architektonischen
Konstruktion der spiralartigen Form eines Ammoniten nachempfunden.
Es vermittelt ökologische Zusammenhänge regionaler Lebensbereiche
sowie die Erdgeschichte der vergangenen 300 Millionen Jahre des
Osnabrücker Berglandes, deren ältestes und größtes Zeugnis der
Wurzelstock eines Siegelbaums ist. In der zentralen Spindel des
Gebäudes ist eine originale Torfabstichkante aufgebaut und daneben
– einzigartig in einem Museum – wird in einer Klimavitrine eine
lebende Hochmoorvegetation ausgestellt. Inszenierungen zu
Landschaftstypen der Region laden zum Handeln und Entdecken ein.
Seit dem Jahr 2001 präsentiert das Museum zum Thema „Boden“ die
erlebnisorientierte Dauerausstellung „unter.Welten“, die einmalig
in Deutschland ist. 2009 wird hier der neue unterirdische Zoo
eröffnet.
Die Geschichte der Industrialisierung in Osnabrück zeigt das Museum
Industriekultur am Piesberg im Norden der Stadt. Hier wird eine
Dauerausstellung mit den zentralen Themen „Steinkohlebergbau“,
„Mythos Dampf“, „Frühe Fabriken“ und „Frühindustrialisierung“
gezeigt. Während der Führungen werden zwei Dampfmaschinen von 1848
und 1916 in Bewegung gesetzt. Wechselnde Ausstellungen vertiefen
den Einblick in Aspekte der regionalen Industriegeschichte. Seit
dem Jahr 2000 können Museumsbesucher mit einem gläsernen Fahrstuhl
unter Tage fahren und einen alten Bergwerkstollen besichtigen.


