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Hansischer Städteführer-Naumburg (Saale)

Adresse:
Stadt Naumburg/Saale
Tourist- und Tagungsservice
Markt 12, 06618 Naumburg
Telefon: 03445-273125, 19433
Fax: 03445-273128
E-Mail: info@naumburg-tourismus.de www.naumburg-tourismus.de

I. Die Stadt

Naumburg, an der Kreuzung alter Handelsstraßen und auf halbem Wege zwischen den bedeutenderen Handelsorten Erfurt und Halle gelegen, hatte sich bis zum 15. Jahrhundert zum wichtigsten Handels- und Messeplatz Ostthüringens entwickelt. Am Namenstag der Schutzheiligen des Naumburger Domes wurde jährlich die Peter-Pauls-Messe abgehalten, die  zwar ab dem 17. Jahrhundert im Kräftemessen mit der erstarkenden Leipziger Messe zunehmend an Bedeutung verlor, aber dennoch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fortbestehen sollte. Gehandelt wurde im 15. Jahrhundert mit Pelzen, Häuten, Honig, Wachs, Tuchen, Metallwaren, Gewürze,  u.v.m. Eine besondere Bedeutung erlangte Naumburg als Umschlagplatz von Färberwaid, einer Pflanze, der bis zur Entdeckung des Indigo eine zentrale Bedeutung beim Färben von Tuchen zukam.

Blick auf den Markplatz der Stadt Naumburg/Saale

Blick auf den Markplatz der Stadt Naumburg/Saale

Der Handel brachte den Bürgern Reichtum und Ansehen. Als Ausdruck ihrer wirtschaftlichen  Macht und ihres neuen Selbstbewusstseins  entstanden in der Ratsstadt repräsentative Bauten wie das Rathaus und die Stadtkirche St. Wenzel.  Gleichzeitig nutzte das Bürgertum die wachsende wirtschaftliche Macht um dem Bischof, unter dessen Vorherrschaft die Stadt seit ihrer Gründung stand,  nach und nach die wichtigsten Hoheitsrechte abzuhandeln. Zu Beginn des 15. Jahrhundert entschloss sich die Bürgerschaft schließlich ohne Billigung des Bischofs und des Landesherren, dem Sächsischen Städtebund beizutreten.

Im Frühjahr 1430 entsandte der Naumburger Rat bereits Boten zur Tagung des Sächsischen Städtebundes  in  Braunschweig. Zwei Jahre später, am 18. Mai 1432 erklärte die Naumburger Bürgerschaft in Braunschweig ihren Beitritt zum Sächsischen Städtebund der Hanse.  Gewiss  versprach sich die Naumburger  Bürgerschaft durch das Bündnis auch Schutz vor der  Bedrohung. durch die Hussiten. Bereits auf dem am 1. Januar in 1430 in Lübeck eröffneten Hansetag hatten die Hansestädte einen Beschluss über den gegenseitigen Beistand im Falle eines Angriffs durch die Hussiten gefasst.  Dem ungeachtet war der Hansebeitritt der Naumburger Bürgerschaft eine Herausforderung der  Landesherren, die in der  städtischen Bündnispolitik ihre hoheitlichen Ansprüche bedroht sahen.

Der Naumburger Dom

Der Naumburger Dom

Der Landesherr Kurfürst Friedrich II  verwandte sich deshalb alsbald - insbesondere nach dem Abschluss eines Friedensabkommen mit den Hussiten, das ebenfalls 1432 zustande kam -  für den Austritt der Naumburger aus der Hanse. Im Bündnis mit den sächsischen Herzögen Friedrich von Sachsen und Sigismund von Sachsen, dem  Landgraf Friedrich von Thüringen Markgraf zu Meißen, des Naumburger Bischofs Johann II. und des Naumburger Domkapitels wurde der städtische Rat 1432 gezwungen,  „aus dem Bund der See- und Hansestädte oder wo sie sonst mit fremden Städten oder Leuten verbunden wären“ auszutreten. Die Urkunde, die am 30. Juni 1433 in Jena ausgestellt wurde und im Archiv der Stadt Naumburg aufbewahrt wird, ist als Kopie auch im Stadtmuseum Naumburg zu sehen.

II. Die Überlieferung

Das Archiv

Stadtarchiv Naumburg, Kramerplatz 1, 06618 Naumburg
Telefon: 03445-27040

Die hansische Überlieferung ist zu suchen im sog. Geschlossenen Archiv mit Unterlagen bis 1815: darunter ca. 220 mittelalterliche Urkunden (darunter Urkunde vom  30. Juni 1433 über den Austritt Naumburgs aus der Hanse), die Ratsrechungen seit 1348, Ratsprotokolle, Copialbücher, Beschließbücher, Richteramtsrechnungen bzw. Schöffensprüche, Innungsunterlagen, Rechnungen von Institutionen (z.B. Stadtkirche St. Wenzel, Milde Stiftungen).

Präsentation

Stadtmuseum Hohe Lilie
Markt 18, 06618 Naumburg
Telefon: 03445-703503
www.museumnaumburg.de