Seit 1251 ist der Rat bezeugt. In jenem Jahr wurden auch
Schultheißenamt, Zoll und Münze durch die Stadt vom König – zunächst
pfandweise - erworben. Das Rathaus wird urkundlich ab 1310 erwähnt.
Wirtschaftliche Grundlage des Aufstiegs der Reichsstadt waren
Textilproduktion, Gerberei, Lederverarbeitung und der Handel. Hinzu
kamen 26 Mühlen. Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wurden auch die
fünf Vorstädte durch die 5,6 km lange äußere Stadtmauer befestigt, die
eine Fläche von 182 ha umfasste. Die Stadt erwarb ein Landgebiet mit 19
Dörfern.
Die Altstadt mit Blasiikirche und Untermarkt wurde in der Stauferzeit
um die Neustadt mit St. Marien und den Obermarkt erweitert. Anfang des
13. Jahrhunderts erfolgte der Bau der 2,8 km langen inneren Stadtmauer,
die eine Fläche von knapp 50 ha umfasst und bis heute weitgehend
erhalten blieb. 1227 wurde die Pfarrei der Neustadt, 1241 die der
Altstadt vom König dem Deutschen Orden geschenkt. Wohl um 1240 wurde in
Mühlhausen das so genannte „Reichsrechtsbuch“, das älteste
Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache, niedergeschrieben.
Hansischer Städteführer Mühlhausen
Adresse
Stadtverwaltung Mühlhausen, Ratsstraße 19, 99974 Mühlhausen
Telefon: +49 (3601) 45 20
Fax: +49 (3601) 45 21 77
Email:info@stadtverwaltung.muehlhausen.de
Homepage: www.muehlhausen.de
Tourist-Information: marketing@touristinfo-muehlhausen.de
Stadtverwaltung Mühlhausen, Ratsstraße 19, 99974 Mühlhausen
Telefon: +49 (3601) 45 20
Fax: +49 (3601) 45 21 77
Email:info@stadtverwaltung.muehlhausen.de
Homepage: www.muehlhausen.de
Tourist-Information: marketing@touristinfo-muehlhausen.de
I. Die Stadt
Mühlhausen in Thüringen, die ehemals freie Reichsstadt, liegt im Westen
Thüringens zwischen Harz und Thüringer Wald am Oberlauf der Unstrut.
Erstmals 967 als „mulinhuson“ in einer Urkunde Ottos II. erwähnt, war
Mühlhausen bereits unter den Ottonen als Pfalzort von Bedeutung. Im
Anschluss an die Pfalzanlage siedelten Handwerker und entstanden
Märkte. Höchsten Glanz erlebte Mühlhausen 1198, als hier die Wahl
Philipps von Schwaben zum deutschen König mit seiner Huldigung ihren
Abschluss fand.

Große Ratsstube (Foto: Neumann)

Divi Blasii Kirche (Foto: Sieland)
Mühlhausen, im Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen gelegen, die vor
allem den niedersächsischen Raum mit Erfurt verbanden, gehörte im
späten Mittelalter zu den größten Städten im mitteldeutschen Raum. Eine
wirtschaftliche Verbindung zu den Hansestädten im Norden und Westen des
Landes war für die Stadt von beson-derem Interesse. Erste Beziehungen
Mühlhäuser Kaufleute nach Lübeck lassen sich bereits im 13. Jahrhundert
nachweisen. Für den Warentransport wurde auch der Wasserweg der Werra
und Weser zwischen Wanfried und Bremen genutzt. 1430 trat der von
Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen gebildete Thüringer Städtebund
förmlich der Hanse als Mitglied des niedersächsischen Quartiers bei.
Letzte Aktivitäten in Mühlhausen bezüglich der Hanse sind für 1621
belegt.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand Mühlhausen im Brennpunkt von Reformation und Bauernkrieg. Die Niederlage der Bauern von 1525 kostete die Stadt bis 1548 ihre Reichsfreiheit. Die Reformation konnte sich erst 1557 dauerhaft durchsetzen. Mit dem Dreißigjährigen Krieg setzte der durch mehrere verheerende Stadtbrände beschleunigte Niedergang der Stadt ein, doch sie konnte ihren Status als freie Reichsstadt bis zum Ende des alten Reiches behaupten.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand Mühlhausen im Brennpunkt von Reformation und Bauernkrieg. Die Niederlage der Bauern von 1525 kostete die Stadt bis 1548 ihre Reichsfreiheit. Die Reformation konnte sich erst 1557 dauerhaft durchsetzen. Mit dem Dreißigjährigen Krieg setzte der durch mehrere verheerende Stadtbrände beschleunigte Niedergang der Stadt ein, doch sie konnte ihren Status als freie Reichsstadt bis zum Ende des alten Reiches behaupten.

Brunnenhaus Popperode (Foto: Neumann)
1802 wurde Mühlhausen von Preußen annektiert, 1816 Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Mühlhausen. 1892 – 1950 war die Stadt kreisfrei. Die relativ spät einsetzende Industrialisierung, geprägt durch Textilindustrie und in ihrem Gefolge Maschinenbau, veränderte das Stadtbild im 19. Jahrhundert gravierend. Mühlhausen wuchs über seinen mittelalterlichen Kern hinaus. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt nahezu unversehrt. Während der DDR- Ära kam als wichtiger Industriezweig die Mikroelektronik hinzu. Anfang der 1990-er Jahre gingen zahlreiche Arbeitsplätze in der Industrie verloren. Seit 1994 ist Mühlhausen die Kreisstadt des damals gebildeten Unstrut-Hainich-Kreises.
Um 1500 hatte Mühlhausen etwa 10.000 Einwohner. 1810 waren es 9.200 Einwohner, 1850 bereits 13.700, 1900 33.400 und 1989 knapp 44.000 Einwohner. Trotz der Eingemeindung von vier Dörfern zwischen 1992 und 1994 betrug die Einwohnerzahl im Jahr 2003 nur noch 37.900.
Noch heute bietet die historisch gewachsene und nach 1990 weitgehend sanierte Altstadt mit dem Rathaus, elf (von einst 15) gotischen Kirchen und den Türmen und Toren der Stadtbefestigung das beeindruckende Bild einer mittelalterlich geprägten Stadt. Die großen Marktplätze, Bürgerhäuser und historische Kelleranlagen zeugen von reger Handelstätigkeit, auch in hansischer Zeit.
Um 1500 hatte Mühlhausen etwa 10.000 Einwohner. 1810 waren es 9.200 Einwohner, 1850 bereits 13.700, 1900 33.400 und 1989 knapp 44.000 Einwohner. Trotz der Eingemeindung von vier Dörfern zwischen 1992 und 1994 betrug die Einwohnerzahl im Jahr 2003 nur noch 37.900.
Noch heute bietet die historisch gewachsene und nach 1990 weitgehend sanierte Altstadt mit dem Rathaus, elf (von einst 15) gotischen Kirchen und den Türmen und Toren der Stadtbefestigung das beeindruckende Bild einer mittelalterlich geprägten Stadt. Die großen Marktplätze, Bürgerhäuser und historische Kelleranlagen zeugen von reger Handelstätigkeit, auch in hansischer Zeit.

Panorama der Stadtmauer (Foto: Sieland)
II. Die Überlieferung
Das Archiv
Stadtarchiv Mühlhausen, Ratsstr. 19, 99974 Mühlhausen/Th. bzw. PF 1243, 99962 Mühlhausen/Th.
Tel.: 03601/452-142; Fax: 03601/452-137
Homepage: www.muehlhausen.de
E-Mail: stadtarchiv@stadtverwaltung.muehlhausen.de
Öffnungszeiten: Mo/Fr: 9.00-12.00, Die: 9.00-12.00/13.00-18.00, Do: 9.00-12.00/13.00-16.00 sowie nach Vereinbarung
Eine Übersicht zu den Beständen ist zu finden bei Dietrich Lösche und
Gerhard Günther: Das Stadtarchiv Mühlhausen und seine Bestände.
Mühlhausen/Thür. 1965 sowie auszugsweise in Internet.
Die Bestände wurden traditionell verzeichnet. Findbücher und Karteien liegen in hand- und maschinenschriftlicher Form vor.
Die Bibliothek des Archivs einschließlich der Alten Ratsbibliothek, zweier Gelehr-tenbibliotheken und der Verwaltungsbibliothek umfasst rund 25.000 Bände, darunter 112 Bände Inkunabeln. Eine Handschrift aus der Mitte des 14. Jahrhunderts enthält das Zehnjungfrauenspiel, ein Theaterstück von 1321.
Die archivalische Überlieferung umfasst rund 2.500 laufende Meter Urkunden, Akten, Zeitungen, Pläne und Sammlungen.
Die Geschichte des Archivs (Urkundendepot) reicht in das 14. Jahrhundert zurück. 1615 wurde im Südflügel des Rathauses eine Kanzleiregistratur eingerichtet. Noch heute liegt der größte Teil der reichsstädtischen Akten in den originalen Räumen mit seinen Schränken und Truhen aus dem 17. Jahrhundert, die besichtigt werden können.
Für die hansische Zeit sind die reichsstädtischen Quellen, insbesondere die Statuten, Notulbücher, Geleitssachen und Zollakten von besonderem Interesse. Nahezu vollständig erhalten ist die Korrespondenz des Rates mit zahlreichen Städten in ganz Deutschland, die eine Fülle historischer Nachrichten bietet. Die Überlieferung der Steuer- und Katasterbücher, welche auch Angaben zum kaufmännischen Besitz enthalten, reicht in das 15. Jahrhundert zurück.
Die Bestände wurden traditionell verzeichnet. Findbücher und Karteien liegen in hand- und maschinenschriftlicher Form vor.
Die Bibliothek des Archivs einschließlich der Alten Ratsbibliothek, zweier Gelehr-tenbibliotheken und der Verwaltungsbibliothek umfasst rund 25.000 Bände, darunter 112 Bände Inkunabeln. Eine Handschrift aus der Mitte des 14. Jahrhunderts enthält das Zehnjungfrauenspiel, ein Theaterstück von 1321.
Die archivalische Überlieferung umfasst rund 2.500 laufende Meter Urkunden, Akten, Zeitungen, Pläne und Sammlungen.
Die Geschichte des Archivs (Urkundendepot) reicht in das 14. Jahrhundert zurück. 1615 wurde im Südflügel des Rathauses eine Kanzleiregistratur eingerichtet. Noch heute liegt der größte Teil der reichsstädtischen Akten in den originalen Räumen mit seinen Schränken und Truhen aus dem 17. Jahrhundert, die besichtigt werden können.
Für die hansische Zeit sind die reichsstädtischen Quellen, insbesondere die Statuten, Notulbücher, Geleitssachen und Zollakten von besonderem Interesse. Nahezu vollständig erhalten ist die Korrespondenz des Rates mit zahlreichen Städten in ganz Deutschland, die eine Fülle historischer Nachrichten bietet. Die Überlieferung der Steuer- und Katasterbücher, welche auch Angaben zum kaufmännischen Besitz enthalten, reicht in das 15. Jahrhundert zurück.
Wichtige Bestände für die Hansezeit und die frühe Neuzeit
I. Urkunden
2.309 Urkunden aus der Zeit von 1139 – 1802
II. Amtsbücher
1. Stadtbücher
Darunter Statuten 13. – 18. Jahrhundert, Mühlhäuser Rechtsbuch um 1240,
Kopialbücher (Briefregister) 1382 – 1805, Gerichtsbücher 1431 – 1679,
Notulbücher
1371 – 1805
2. Ratsprotokolle 1525 – 1801
3. Kämmereiregister 1407 – 1804
4. Geschossregister 1418 – 1691
5. Katasterbücher 1400 – 1816
III. Akten
Reichsstädtische Akten bis 1802
Der Bestand umfaßt das fast vollständig erhaltene Schriftgut der reichsstädti-
schen Verwaltung sowie die Archivalien der 19 reichsstädtischen Dörfer, die
zum Territorium der Stadt gehörten. Aus dieser Zeit sind ca. 270 laufende
Meter Archivgut, darunter Akten die Hanse-Städte betreffend, von 1525 bis
1621 überliefert.
I. Urkunden
2.309 Urkunden aus der Zeit von 1139 – 1802
II. Amtsbücher
1. Stadtbücher
Darunter Statuten 13. – 18. Jahrhundert, Mühlhäuser Rechtsbuch um 1240,
Kopialbücher (Briefregister) 1382 – 1805, Gerichtsbücher 1431 – 1679,
Notulbücher
1371 – 1805
2. Ratsprotokolle 1525 – 1801
3. Kämmereiregister 1407 – 1804
4. Geschossregister 1418 – 1691
5. Katasterbücher 1400 – 1816
III. Akten
Reichsstädtische Akten bis 1802
Der Bestand umfaßt das fast vollständig erhaltene Schriftgut der reichsstädti-
schen Verwaltung sowie die Archivalien der 19 reichsstädtischen Dörfer, die
zum Territorium der Stadt gehörten. Aus dieser Zeit sind ca. 270 laufende
Meter Archivgut, darunter Akten die Hanse-Städte betreffend, von 1525 bis
1621 überliefert.
Literatur
Ernst Badstübner: Das alte Mühlhausen. Kunstgeschichte einer mittelalterlichen Stadt. Leipzig 1989.
Michael Gockel: Mühlhausen. – In: Die deutschen Königspfalzen. Repertorien der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters.
Bd. 3. Thüringen. 3. Lfg. Göttingen 1964. S. 253 ff.
Gerhard Günther, Winfried Korf: Mühlhausen. Thomas-Müntzer-Stadt (Kunstge-schichtliche Städtebücher), 2. Aufl., Leipzig 1989.
Karl Herquet (Bearb.): Urkundenbuch der ehemals freien Reichsstadt Mühlhau-sen in Thüringen (= Geschichtsquellen d. Prov. Sachsen. Bd. 3). Halle 1874.
Reinhard Jordan (Hrsg.): Chronik der Stadt Mühlhausen in Thüringen. Bd. 1 – 5 (Bd. 5 = Register). Mühlhausen 1900 – 1913. Nachdruck Bd. 1 – 4. Bad Langensalza 2004. Forts. Gunter Görner, Beate Kaiser (Hrsg.): Bd. 6, 1. Aufl. Bad Langensalza 2001-2002.
Werner Mägdefrau: Der Thüringer Städtebund im Mittelalter. Weimar 1977. Mühlhausen s. Register u. Text.
Mühlhäuser Beiträge zu Geschichte und Kulturgeschichte. Ersch. H. 1 - 27. Soh. 1 – 14. Mühlhausen 1978 ff.
Michael Gockel: Mühlhausen. – In: Die deutschen Königspfalzen. Repertorien der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters.
Bd. 3. Thüringen. 3. Lfg. Göttingen 1964. S. 253 ff.
Gerhard Günther, Winfried Korf: Mühlhausen. Thomas-Müntzer-Stadt (Kunstge-schichtliche Städtebücher), 2. Aufl., Leipzig 1989.
Karl Herquet (Bearb.): Urkundenbuch der ehemals freien Reichsstadt Mühlhau-sen in Thüringen (= Geschichtsquellen d. Prov. Sachsen. Bd. 3). Halle 1874.
Reinhard Jordan (Hrsg.): Chronik der Stadt Mühlhausen in Thüringen. Bd. 1 – 5 (Bd. 5 = Register). Mühlhausen 1900 – 1913. Nachdruck Bd. 1 – 4. Bad Langensalza 2004. Forts. Gunter Görner, Beate Kaiser (Hrsg.): Bd. 6, 1. Aufl. Bad Langensalza 2001-2002.
Werner Mägdefrau: Der Thüringer Städtebund im Mittelalter. Weimar 1977. Mühlhausen s. Register u. Text.
Mühlhäuser Beiträge zu Geschichte und Kulturgeschichte. Ersch. H. 1 - 27. Soh. 1 – 14. Mühlhausen 1978 ff.
Präsentation
Mühlhäuser Museen:
- Museum am Lindenbühl,
- St. Marienkirche – Thomas-Müntzer-Gedenkstätte
- Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche
- Museumsgalerie Allerheiligenkirche
- Stadtmauer mit begehbarer Wehranlage
- Rathaus mit historischer Rathaushalle und Ausstellung im Reichsstädti-schen Archiv
- Synagoge mit Ausstellung


