Sie sind hier :
  1. Die Hansestädte
  2. Korbach
Sprachauswahl - Select language

Hansischer Städteführer Korbach

Adresse
Stadt Korbach
, Stechbahn 1, 34497 Korbach
Tel.: 05631/53 -0
Internet: www.korbach.de
E-Mail: info@korbach.de; buergerbuero@korbach.de

I. Die Stadt

Die städtische Siedlung entwickelte sich Ende des 8. Jahrhunderts aus einem karolingischen Reichshof, der 980 erstmalig erwähnt wird. Sie lag an dem damals wichtigen Schnittpunkt der Handelsstraßen von Frankfurt nach Bremen und von Köln nach Leipzig und wurde rasch zu einem bedeutenden Marktort. Dies begünstigte den wirtschaftlichen Aufstieg der Siedlung, die schon bald städtischen Charakter annahm und 1188 schließlich (wie z.B. auch Lübeck) das Soester Stadtrecht erhielt.

Nach der Vereinigung von Alt- und Neustadt im Jahre 1377 setzte sich der Aufschwung für Korbach fort, vor allem deshalb, weil seine Kaufleute ihre Handelsbeziehungen ausweiteten. Angeregt durch die günstige Lage an den beiden Handelsstraßen, wandte man sich in größerem Umfang dem Fernhandel zu. Korbacher Kaufleute sind seit dem 15. Jahrhundert in Deventer (Flandern) und Reval (Estland) nachweisbar und zumindest seit dieser Zeit war Korbach auch Mitglied der Hanse. Dabei profitierte es als eine der kleinen Städte des Bundes in besonderem Maße von den hansischen Beziehungen seiner westfälischen Nachbarstädte, vor allem Soest. Korbach war eine der am weitesten südlich gelegenen Hansestädte und gilt heute als einzige Stadt Hessens, die zur Hanse gehörte.
Der Dreißigjährige Krieg hatte verheerende Folgen für Korbach und sorgte für einen rapiden wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Korbach wurde zu einem Ackerbürgerstädtchen und blieb es bis weit ins 19. Jahrhundert hinein. Erst als die Stadt 1893 einen Eisenbahnanschluss bekam und damit die so wichtige Anbindung an das deutsche Verkehrsnetz erfolgte, wurde Korbach als Industriestandort interessant. 1908 entstand dort dann auch die Mitteldeutsche Gummifabrik Louis Peter AG und die Stadt wuchs wieder. 1929 wurde die „Mitteldeutsche Gummifabrik“ von der Continental AG Hannover übernommen.

Nachdem Korbach schon unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Sitz mehrerer Behörden und Ämter geworden war, wurde die Stadt 1942 dann Kreisstadt des neu gegründeten Landkreises Waldeck. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Bevölkerung der Stadt durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene, die Industrialisierung Korbachs setzte sich fort. Die Altstadtsanierung konnte ab 1968 durchgeführt werden und eine weitere Ausweitung der Verwaltungsfunktionen Korbachs ergab sich dadurch, dass die Stadt 1974 Kreisstadt des Kreises Waldeck-Frankenberg geworden war. Heute ist die Stadt vor allem Industrie-, Verwaltungs- und Geschäftszentrum. Ein Zeichen für die weiterhin gute wirtschaftliche Entwicklung scheint das neu errichtete Logistikzentrum zu sein, mit dem das Continental Werk in Korbach einen wichtigen Schritt zu langfristiger Standortsicherung getan hat.
Die Bevölkerungszahl lag zur Zeit der Hanse wohl bei etwa 2.500, sie verringerte sich im 17. Jahrhundert um über die Hälfte. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Einwohnerzahl wieder 2.500. Sie stieg bis 1935 auf 7.000 an und verdoppelte sich bis 1955. 2005 leben in der durch Eingemeindung von 14 Ortsteilen vergrößerten Stadt etwa 25.000 Einwohner.

Von dem 1377 errichteten alten Rathaus haben zumindest Teile des äußeren Mauerwerks und der gotische Treppengiebel mit dem Relief des Stadtwappens den großen Stadtbrand von 1664 überstanden. Außerdem erinnern die beiden gotischen Kirchen und mehrere zur damaligen Zeit als Lagerhäuser genutzte Steinkammern an die Hansezeit Korbachs. An seine hansische Vergangenheit knüpft Korbach schließlich auch mit der Mitgliedschaft in der „Westfälischen Hanse“ (seit 1986) an, deren jährlich wiederkehrenden „Westfälischen Hansetag“ die Stadt im Jahre 2007 bereits zum zweiten Mal (erstmalig 1991) ausrichtet.

II. Die Überlieferung

Das Archiv

Stadtarchiv Korbach, Kirchstraße 7, 34497 Korbach
Tel. 05631/53-943,-44; Fax 05631/53-944
E-mail: info@stadtarchiv-korbach.de
Öffnungszeiten: Di-Do 9.00-11.00 und nach Vereinbarung
Die Bestände sind in vorläufiger Weise digitalisiert. Darüber hinaus sind die Urkunden durch Regestenbände und einen Registerband erfasst, ein Findbuch ist in Arbeit.

Die Bestände umfassen neben einer umfangreichen Bibliothek und  zwei Privatarchiven bedeutender Korbacher Familien Urkunden, Akten, Amtsbücher, Handschriften, Familiengeschichten und Karteien, zudem Druckschriften zur Geschichte und Heimatkunde. Weiterhin sind  Bestände an Zeitungen, Plänen und Landkarten sowie Wappen und Siegel, Fotos, Filme und Kassetten vorhanden.

Ein qualifizierter Nachweis über die Zugehörigkeit Korbachs zur Hanse ist im Stadtarchiv nicht vorhanden. Allerdings beruft sich die Literatur auf zwei von der Stadt Köln erstellte Verzeichnisse von Mitgliedsstädten der Hanse aus den Jahren 1469 und 1494, in denen Korbach aufgeführt wird. Erwähnenswert ist, dass eine enge Verbindung zwischen Korbach und  der aus dieser Stadt stammenden Familie Rinck bestand, deren Mitgliedern in Köln der Aufstieg zu einer der bedeutendsten hansischen Großkaufmannsfamilien gelang.

Literatur und Präsentation

Wolfgang Medding: Korbach. Die Geschichte einer deutschen Stadt. 3. Aufl. Korbach 1988.

Das Wolfgang-Bonhage-Museum ist teilweise in einer der Steinkammern aus hansischer Zeit untergebracht. Es bietet einen Rundgang durch die Geschichte der Stadt und der Region und führt dabei auch in die Zeit, in der Korbach zum Städtebund der Hanse gehörte.

In der Karte

Zahlen und Fakten

Projekte der Hanse

Hanse Wirtschaftskooperationsdatenbank

Sponsoren