Attendorn verdankt seine Entstehung nicht nur der Willkür eines Kölner Erzbischofs; vielmehr waren Faktoren, die an diesem Ort zur Anlage einer Siedlung führten, so zwingend, daß kein Landesherr sie übersehen konnte. Die Attendorner Mulde ist durch Klima, Boden und Verkehrsmöglichkeiten gegenüber benachbarten Räumen begünstigt und zog schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen an. Eine stärkere Besiedlung ist seit dem frühen Mittelalter nachzuweisen.
Die Stadt ist aus einer dorfartigen Siedlung entstanden, die am Schnittpunkt zweier Fernverkehrsstraßen lag. In der Regierungszeit Karls des Großen entstand bereits eine Urpfarrei. Fundamente einer einfachen Missionskirche aus dieser Zeit ruhen noch unter dem Boden des gotischen Langhauses der St.-Johannes-Kirche. Von hier aus erfolgte die Christianisierung der Umgebung. Als Erzbischof Anno von Köln im Jahre 1072 das Kloster Grafschaft stiftete, gab er die Kirche und einen Hof in Attendarra zur Ausstattung des Klosters. Kirchenrechtlich nahm Attendorn später als Hauptort eines Dekanats eine hervorragende Stellung ein.








