Das war der 5. Tag der internationalen Hanse in Stralsund
Montag, 19. Mai 2008
Ratsherren im Kampf und Kapitänsbilder
Zum vierten Mal beteiligte sich Stralsund am Tag der Hanse. Filme, Vorträge und Ausstellungen lockten Sonnabend.
Stralsund Da staunten die Berliner Werner König, Dieter John und Friedhelm Stutzke. Ihre Stralsund-Fahrt nutzten sie am Sonnabend dazu, sich in der Schiffercompagnie Bilder anzuschauen, die zum großen Teil von Kapitänen gemalt wurden.
Die Führungen in der Frankenstraße gehörten zum Programm am Tag der Hanse. Zur Eröffnung im Theaterpädagogischen Zentrum gab Leiter Axel Zühlsdorff einen Überblick zum künstlerischen Schaffen in den Backsteinmauern. 15 000 Gäste schauen jährlich vorbei. Er lud die Besucher zur Filmdokumentation „Mit den Waffen der Hanse – Ratsherren im Kampf“ ein. Ein Film, der bereits Interessenten in Kanada und Ungarn fand.
„Die Tage der Hanse sollen Erinnerungen schaffen“, sagte Senator Wolfgang Fröhling. Der Städtebund sei so etwas wie eine EU gewesen, ein Netzwerk, zu dem sogar Köln gehörte.
Dr. Hans-Joachim Hacker, Direktor des Stadtarchivs, entführte auf eine kleine geschichtliche Hafenreise. In der Gründungsurkunde der Stadt von 1234 finde sich noch kein Hinweis. Die erste bekannte Hafenordnung stamme aus dem Jahre 1278.
Hacker berichtete über das Stadtsiegel von 1263, das ein Schiffsmotiv enthält. 1393 wurden die ersten Werften erwähnt. Pfahlbauten, Ausbaggerungen, Aufschüttungen, Schutzwehrbauten, Kriege und schweres Eis habe der Hafen in den Jahrhunderten erlebt. 1925 begann eine intensive Bauphase. Es entstanden Hafenmole, neue Ostmole, Anlege- und Steinbrücke, Pfahlbauten und 1941 die Krügerwerft.
Als Reiseleiter der Stadt interessierte sich Erhard Frosina für Vortrag und Film. Er führt seine Gäste zum Thema Hanse, Hafen, Bismarckhering und möchte das profunde Wissen des Historikers nutzen. Renate Schmurr, neu in der Riege der Stadtführer, freute sich ebenfalls über die Angebote.
In der Schiffercompagnie kam Horst Amelang mit Gästen ins Gespräch. Dr. Heino Bruno ter Veen war sehr an der Historie über die Hanse interessiert. Gab es Liegegebühren und wie waren die Wege der Kaufleute? Der Altermann erklärte: „Liegegebühren gab es in der Hansestadt. Sie hatten mit der Ware zu tun. Auf Reede wurde keine Gebühr erhoben.“ Der Handelsweg nach Rostock führte damals zum Beispiel über Prohn, Groß Mohrdorf und Barth.
aus: http://www.ostsee-zeitung.de/lokales_stralsund.phtml


