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Das war der 4. Tag der HANSE in Stralsund

Straßenfest zwischen damals und heute

„Wolher ins Bad Reich unde Arm / Das ist jetzund geheitzet warm...“, ruft Wolfgang Marzart in alter Weise den Besuchern zu und bläst wie einst der Baderknecht zur Untermalung in sein Horn.
Die Feuchtigkeit kommt an diesem Tag jedoch kühl und ungebeten von oben und die heutige Badstüberstraße beherbergte trotz ihres Namens keine Bader. Dies stellte Dr. Andreas Neumerkel bei seiner Einführung zum 4. Tag der Hanse klar, der in den Mitgliederstädten des Hansebundes seit drei Jahren begangen wird.

Wie St. Nikolai und das Rathaus zuvor stand in diesem Jahr die kleine Gasse im Mittelpunkt. Eine Gasse, die wie kaum eine andere in der Altstadt für nachbarschaftliches Miteinander und wohnliches historisches Flair steht. Entsprechend groß war das Interesse, hinter die restaurierten Fassaden der Häuser zu schauen, nachdem Paul-Ferdi Lange als Vertreter Stralsunds im Städtebund und Senator Wolfgang Fröhling das Straßenfest eröffnet hatten. Der Duft von Kuchen und Gegrilltem, mittelalterliche Klänge und offene Haustüren lockten trotz Regenschauer einen steten Strom neugieriger Besucher in die Werkstätten, Wohnungen und Hinterhöfe.

Die Restauratoren Michael Wewezer und Wolf Dieter Thormeier gaben Einblicke in ihre Arbeit, Elisabeth Möckel zeigte ihre Bilder im „Kitthaus“. Neu im kreativen Reigen der Nachbarn ist die Schamanin Martina Witt, die auf der Dachterrasse zum Wunschfeuer geladen hatte. Überraschung und Bewunderung überwogen dann vor allem beim Anblick der romantischen Hofgestaltung zwischen Franken- und Badstüberstraße. Ebenso beim Gemeinschaftskeller, der als kleines Heimatmuseum mit Heimtheke Großes Interesse in den Werkstätten der Restauratoren. B. H. Wolfgang Marzart. B. H. für die Hausbewohner zum Feiern bereit steht. Hier wurde dann bei Straßengeschichten aus dem neuen Buch von Andreas Neumerkel auch das Geheimnis der Badstüberstraße gelüftet. Aus den vielfachen Namenswechsel im Laufe der Geschichte blieb allein für die Gasse zwischen Langen und Frankenstraße die einstige Benennung erhalten. Hier standen jedoch seit dem Mittelalter nur kleine Buden. Die heutige Bebauung stammt aus der Zeit nach 1678, als durch Beschuss das Viertel in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Badestuben lagen dagegen ein Stück nördlicher, zwischen Langen- und Heilgeiststraße und gehörten zum Heilgeistkloster. Der Bombenangriff von 1944 zerstörte auch diese Häuserreihe. Wer mehr erfahren möchte, sollte an die Tür von Wolfgang Marzart anklopfen.

Quelle: Stralsunder Anzeiger, 23.05.2007, www.stralsunder-anzeiger.de