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Das war der 4. Tag der Hanse in Greifswald

Zeit der Hanse wird lebendig (vom 18.05.07)

Greifswald Am Vortag des internationalen Hansetages wird heute ab 17 Uhr auf dem Vorplatz des Pommerschen Landesmusem der Nachbau des Kurenkahns „Kurenas“ zu sehen sein. Hier beginnt er noch auf einem Trailer seine Reise durch das Stettiner Haff im Auftrag der maritimen Erforschung der südlichen Ostseeküste im Rahmen des EU-Projektes „Lagomar“.

„Jedes Haff entwickelte seinen eigenen Schiffstyp“, erklärt Prof. Horst Wernicke vom hiesigen Historischen Institut den Kurenkahn. Die heute zu sehende Form segelte im 17. Jahrhundert durch das Kurische Haff, woher es seinen Namen hat. Zwar gebe es auch das baltische und längst untergegangene Volk der Kuren, an die mit dem Namen erinnert werde, doch entwickelte sich die Schiffsform unabhängig von ihnen. Typisch für den nach dem zweiten Weltkrieg völlig verloren gegangenen Schiffstyp sind die eingefärbten Segel.

Zur feierlichen Eröffnung der Hafftour des Kurenkahns finden heute von 17 bis 21 Uhr Vorträge und Lesungen im Pommerschen Landesmuseum statt. Neben der Wanderausstellung zu den drei Ostseehaffen steht der Vortrag des Lehrstuhlleiters Wernicke „Was war die Hanse“ im Mittelpunkt. „Wir wollen ein Bewußtsein schaffen, dass Greifswald eine traditionsreiche Stadt ist“, erklärt Wernicke zur Bedeutung des Hansetages. Dabei müsse die historische Hanse deutlich von der neuzeitlichen getrennt werden, wie Wernicke betont: „Es ist mehr eine Kommunalgemeinschaft, die Interesse am Austausch hat, so dass ein zusammenwachsendes Europa zustande kommt.“ Aber natürlich stehe sie in der Tradition der alten Hanse.

Morgen wird es dann eine kostenlose Stadtführung zum Thema Hanse geben. Los geht es um 11 Uhr an der Stadtinformation am Markt. Aufbereitet für die Kleinen wird die Hanse von Anna Frieberg, die morgen um 10.30 Uhr in der Stadtbibliothek für Kinder liest.

Quelle: www.ostsee-zeitung.de 

Auf den Spuren der Hansezeit (vom 21.05.07)

Greifswald „Die Hansischen Kaufleute steckten alles, was sie hatten in die Fassade“, erklärte Gudrun Drechsler am Sonnabend den Ursprung des vordergründig so eindrucksvollen alten Marktes. Die gebürtige Greifswalderin lud anlässlich des Internationalen Hansetages zu einer Stadtführung auf den Spuren der Hansezeit. 1250 erhielt Greifswald das Lübische Stadtrecht und 1278 wurde Greifswald erstmals in einer Urkunde als Mitglied der Hanse genannt.

Einen guten Ausgangspunkt für den Rundgang bot der Markt, nicht zuletzt durch seine Kombination mehrerer Epochen. Zeugt die Scheinfassade der Ostseite doch nicht nur von der Backsteingotik, sondern mischen sich dazu spätere Bauten bis hin zu den ganz modernen Gebäuden. Immer mit Blick auf die Stadtmauern waren es nur wenige Schritte, die Frau Drechsler zusammen mit Greifswaldern und Gästen in der Innenstadt zurücklegte. Wenige Meter, die jedoch viel Geschichte offenbarten.

So die Knopfstraße, wo heutige „Ersatzneubauten“ neben älteren Häusern stehen. Zwei Ecken weiter dann kamen die historisch Interessierten auf einen für die Innenstadt so typischen Hinterhof, die bei genauerer Betrachtung noch heute ihren Ursprung als mittelalterliche Quartiere zeigen. Typisch für alle war zur Zeit der Hanse ein Brunnen in der Mitte. „Aus der Vogelperspektive hat sich Greifswald nicht verändert“, freute sich Drechsler, dass sich gerade der Grundriss mit den rechwinkligen Straßenzügen über die Jahre gehalten hat. Zeugen der prunkvollen Hansezeit waren am Ende noch die Kirchen und natürlich die Universität.

„Es ist bezaubernd. Mir gefällt die Art, wie schön und harmonisch alles rekonstruiert wurde“, brachte Ingeborg Prey ihre Begeisterung zum Ausdruck. Als Lübeckerin fühle sie sich hier sehr heimisch, versprühe Greifswald doch einen sehr ähnlichen Hanseatischen Charme.

Quelle: www.ostsee-zeitung.de

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