„Jedes Haff entwickelte seinen eigenen Schiffstyp“, erklärt Prof. Horst Wernicke vom hiesigen Historischen Institut den Kurenkahn. Die heute zu sehende Form segelte im 17. Jahrhundert durch das Kurische Haff, woher es seinen Namen hat. Zwar gebe es auch das baltische und längst untergegangene Volk der Kuren, an die mit dem Namen erinnert werde, doch entwickelte sich die Schiffsform unabhängig von ihnen. Typisch für den nach dem zweiten Weltkrieg völlig verloren gegangenen Schiffstyp sind die eingefärbten Segel.
Zur feierlichen Eröffnung der Hafftour des Kurenkahns finden heute von 17 bis 21 Uhr Vorträge und Lesungen im Pommerschen Landesmuseum statt. Neben der Wanderausstellung zu den drei Ostseehaffen steht der Vortrag des Lehrstuhlleiters Wernicke „Was war die Hanse“ im Mittelpunkt. „Wir wollen ein Bewußtsein schaffen, dass Greifswald eine traditionsreiche Stadt ist“, erklärt Wernicke zur Bedeutung des Hansetages. Dabei müsse die historische Hanse deutlich von der neuzeitlichen getrennt werden, wie Wernicke betont: „Es ist mehr eine Kommunalgemeinschaft, die Interesse am Austausch hat, so dass ein zusammenwachsendes Europa zustande kommt.“ Aber natürlich stehe sie in der Tradition der alten Hanse.
Morgen wird es dann eine kostenlose Stadtführung zum Thema Hanse geben. Los geht es um 11 Uhr an der Stadtinformation am Markt. Aufbereitet für die Kleinen wird die Hanse von Anna Frieberg, die morgen um 10.30 Uhr in der Stadtbibliothek für Kinder liest.
Quelle: www.ostsee-zeitung.de



