Die Jakobswege im Hanseraum
Die Erforschung der Jakobswege im hansischen Raum, zwischen Brügge im Westen, Gdansk und Novgorod im Osten, Braunschweig und Magdeburg im Süden, Lübeck und Visby und dem Ostseeraum im Norden, ist ein Projekt der Hanse, mit dessen Planung bereits 2002 begonnen wurde.
Der Jakobsweg im strengen Sinne war die Straße von Puente la Reina nach Santiago de Compostela. In Frankreich gab es wiederum vier Jakobswege, auf denen man sich Spanien und Santiago nähern konnte. Die Plätze in Frankreich waren aber nur Sammelpunkte für die Pilger aus ganz Europa. Die Pilgerfahrt nach Santiago verband daher schon im späten Mittelalter Europa.
Jakobspilger sind auch aus allen Hansestädten aufgebrochen und haben ihren Weg entlang der großen Handelsstraßen genommen. Dabei benutzten sie bestimmte Rasthäuser und Hospitäler am Wege. Die Verbreitung des Jakobuskultes weist ebenso auf diese Pilgerfahrt hin. Im Hansischen Raum gibt es fast überall Nachweise, Hinterlassenschaften, Denkmäler.
Die Erforschung der Jakobswege ist also zunächst eine Sammelarbeit. Dafür wurde ein Fragebogen entworfen, der an alle Hansestädte versandt worden ist. Die ersten Rückmeldungen liegen bereits vor. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe führt ein eigenes Forschungsprojekt zu den Jakobswegen durch.
Auch in vielen anderen Städten und Regionen sind Forschungsarbeiten geleistet worden, gibt es Kenntnisse, ob publiziert oder nicht. Die Erforschung der Jakobspilgerwege wird die Verknüpfung des Hansischen Raums sichtbar machen. Ihre Ergebnisse werden einen weiteren Anreiz zum Besuch der Hansestädte und zur Begegnung mit ihrer Vergangenheit bieten.
