Hansischer Städteführer Wipperfürth

Wipperfürth Städteführer Wappen
Adresse
Stadt Wipperfürth
, Marktplatz 1, 51688 Wipperfürth
Tel.: 02267/64-0
Fax: 02267/64311
Internet: www.wipperfuerth.de
E-Mail: info@stadt-wipperfuerth.de

I. Die Stadt

Die Geschichte der Stadt ist bestimmt von der Lage des Ortes im Schnittpunkt der traditionellen Hansestraßen zwischen Ost und West bzw. Nord und Süd. Ihren Namen verdankt die Stadt einer Furt durch die hier noch Wipper genannten Wupper (Weperevorthe).

An dieser Furt als Schnittpunkt der bedeutsamen Handelswege von Köln ins Westfälische und vom Siegerland ins untere Wuppertal entwickelte sich rasch ein lebhafter Handels- und Umschlagplatz. Weil die Wupper, an der früher zahlreiche Mühlen standen, auch eine billige Energiequelle darstellte, folgte auf den Handel schon bald die eigene Herstellung von Tuchen und Metallwaren. Wipperfürther Tuche, auf den Wupperwiesen gebleicht, waren in früheren Jahrhunderten ein Markenzeichen. Blütezeit und Wohlstand fanden ihren Ausdruck in der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1217. Damit ist Wipperfürth die älteste Stadt im gesamten Bergischen Land. Graf Engelbert von Berg, der gleichzeitig Erzbischof von Köln war, gilt als Stadtgründer.

Die Verbindung zur Städtehanse stellten Kaufleute aus Wipperfürth her, die im 14. Jahrhundert gemeinsam mit Kölner, Dortmunder und Attendorner Kaufleuten auftraten. Eine ganz besondere Bedeutung hatten die Hansischen Kaufleute im „Hundertjährigen Krieg“, den der englische König Eduard III. im Jahr 1339 begann. Bei der Verpfändung der Englischen Krone, der sog. „Königs-Kronen-Geschichte“, im Jahr 1343 trat ein Konsortium von insgesamt 13 Kaufleuten auf, zu denen die Wipperfürther Kaufleute Johann und Tirius de Wolde gehörten. Dieses Konsortium hat geholfen, eine Finanzlücke zu schließen und damit den 100jährigen Krieg gegen Frankreich mitzufinanzieren. Als Dank räumte König Eduard III. der Deutschen Hanse, vor allem den vier Städten Köln, Dortmund, Attendorn und Wipperfürth und ganz besonders den beteiligten Hansischen Kaufleuten große Handelsfreiheiten ein.

Für die Tuchstadt Wipperfürth waren die Hansekaufleute de Wolde von großer Bedeutung. Johann de Wolde ist wohl der bedeutendste Hansekaufmann aus Wipperfürth gewesen, sein Name ist in Listen über Zollzahlungen und –pfändungen, Stapelabgaben und Darlehen zu finden.

Bis etwa 1450 waren die heimischen Tucherzeugnisse im mittelalterlichen Handel noch erfolgreich, und die Gründung einer eigenen Handelsniederlassung in Nowgorod zeugt von der Entwicklung und wirtschaftlichen Kraft der Hansestadt Wipperfürth. Obwohl auf dem Hansetag in Stralsund 1442 der Handel mit anderen Tuchen als den in Brügge und Brabant gekauften verboten wurde, hatte die Tuchindustrie in Wipperfürth weiter große Bedeutung, auch über die Hansezeit hinaus. Wipperfürther Kaufleute waren im 14. und 15. Jahrhundert nachweislich auch im Ostseeraum aktiv. Noch auf dem Hansetag 1554 wird Wipperfürth als Hansestadt bezeichnet.

Die Bedeutung Wipperfürths als Hansestadt wird unterstrichen, daß hier nachweislich von 1275 bis 1360 eine legale Münzstätte bestanden hat.
Wipperfürth Städteführer Münzschläger-Denkmal
Münschläger-Denkmal auf dem Marktplatz
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt mehrfach durch Brände, Plünderungen und Repressalien in Kriegen ganz oder teilweise zerstört. Der letzte große Stadtbrand von 1795 verschonte nur sieben Häuser am Marktplatz. Dennoch gab es immer wieder einen Neuanfang. Die wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich auch daran, daß die Stadt von 1816 bis 1932 Kreisstadt war, bis der Kreis aufgehoben und mit dem früheren Kreis Mülheim zum Rheinisch-Bergischen Kreis mit der Kreisstadt Bergisch-Gladbach vereinigt wurde. 1975 wurde Wipperfürth mit den ländlichen Gemeinden Klüppelberg und Wipperfeld zu einer neuen Stadt zusammengeschlossen und dem Oberbergischen Kreis zugeordnet.

Die Einwohnerzahl der 118,5 qkm großen Stadt ist bis auf knapp 23.700 Einwohner (2005) ständig gestiegen. In der Landesplanung ist Wipperfürth als Mittelzentrum mit einem Einzugsbereich von 50.000 Einwohnern ausgewiesen. Die Stadt hat seit 1991 den Status einer mittleren kreisangehörigen Stadt mit eigener Bauaufsichtsbehörde und eigenem Jugendamt.

II. Die Überlieferung

Das Archiv

Die Bestände setzen erst in geringem Umfang 1656, in breiterer Form mit dem 19. Jahrhundert ein. Überlieferung aus hansischer Zeit ist daher nicht vorhanden, sondern in anderen Archiven zu suchen.

Literatur

Werner Breuer: Wipperfürth – eine rheinische Hansestadt. Wipperfürth 1990

Peter Kempf/Erich Kahl: Wipperfürther Kaufleute im Ostseeraum. Drei Briefe des 14. und 15. Jahrhunderts aus dem Stadtarchiv Reval. Wipperfürth 1998.

Werner Breuer: Hansekaufleute aus Wipperfürth. Wipperfürth 2004.

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