Online-Visitenkarte - Tartu

Hansestadt Tartu - Visitenkarten - Absatz 1
Direkt vor dem Rathaus umarmen sich zwei junge Studenten und küssen sich innig. Diese hübsche Brunnenfigur steht seit 1998 auf dem Rathausplatz und ist schnell zum „kleinen“ Wahrzeichen von Tartu geworden – das Pärchen symbolisiert zugleich zwei wesentliche Aspekte des Stadtbildes: Jeder Fünfte der rund 100.000 Einwohner studiert an einer der 16 Hochschulen und fast jeder dritte Bürger ist unter 30 Jahre alt. Die zweitgrößte Stadt Estlands gilt als „intellektuelles Zentrum“ und Wiege der estnischen Kultur. Hier gründete Schwedenkönig Gustav Adolf II. 1632 die erste Universität. In Tartu fand 1869 das erste estnische Sängerfest statt und wurde ein Jahr später das Nationaltheater gegründet. Nicht zufällig hat auch das Nationalmuseum seit 1909 seinen Sitz in Tartu - übrigens direkt neben dem Haus jener Studentenverbindung, deren Farben Vorbild für die blau-schwarz-weiße Nationalfahne waren.

Hansestadt Tartu - Visitenkarten - Absatz 2
Etwa 600 n. Chr. errichten Esten auf dem heutigen Domberg eine Festungsanlage – Tarbatu. Die in russischen Chroniken erwähnte Eroberung dieser Festung durch den Kiewer Fürsten Jaroslaw den Klugen im Jahr 1030 gilt als Gründungsjahr der Stadt Tartu. Nach dem Beitritt zur Hanse um das Jahr 1280 entwickelt sich die Stadt zu einem wichtigen Standort entlang der Handelsroute nach Nowgorod. In den folgenden Jahrhunderten fällt Tartu abwechselnd unter polnische, schwedische, deutsche und russische Herrschaft. Erst mit Ende des Nordischen Krieges 1721 beginnt eine längere, ungestörte Phase der Prosperität. Unter Zarin Katharina II. wird Tartu in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder aufgebaut. 1802 wird die Universität wiedereröffnet. Ein Observatorium auf Weltniveau, die Universitätskliniken, die Bibliothek und der Botanische Garten machen Tartu Anfang des 19. Jahrunderts zu einem bedeutenden Wissenschaftszentrum des russischen Reiches. Neben der Forschung floriert auch das deutsche Studentenleben rund um den Fluss Emajõgi (Embach) und die Stadt bekommt den Spitznamen „Embach-Athen“. Schritt für Schritt wird Tartu zum Zentrum des estnischen Geistes- und Gesellschaftslebens.

Hansestadt Tartu - Visitenkarten - Absatz 3
Daran hat sich auch rund 200 Jahre später trotz schwerer Zerstörungen durch mehrere Brände und Kriege wenig geändert. Heute sorgt ein vielseitiges kulturelles Angebot mit Theatern, Cafes, Galerien und Museen für eine entspannte Atmosphäre in den engen Gassen der Altstadt. Dazwischen ragt das Wahrzeichen Tartus heraus: Die im gotischen Stil gebaute Johanniskirche mit ihren zahlreichen Terrakotta-Figuren. Ihre Renovierung läuft auf Hochtouren und wird zum 25. Treffen der Hansestädte der Neuzeit im Juni 2005 beendet sein. Mittlerweile sind auch die meisten Häuser in der Altstadt saniert und teilen sich den Platz mit neuen, postmodernen Arbeits-, Freizeit- und Wohnpalästen aus Glas und Stahl – Tartu ist eine wachsende Stadt. Die moderne Infrastruktur und eine verkehrsgünstige Lage im Zentrum Estlands und an der Grenze zu Russland bieten hervoragende Standortbedingungen. Traditionell stark vertreten sind Unternehmen der Lebensmittel- und der Elektronikbranche. Die Universität ist zudem eine Keimzelle der Entwicklung Tartus zu einem führenden Medizin-, Biotechnologie- und IT-Standort in Estland. Alles junge, innovative Wirtschaftszweige – Auch dafür könnten die beiden Liebenden vor dem Rathaus Symbol stehen.

Hansestadt Tartu - Visitenkarten - Absatz 4

In der Karte

Zahlen und Fakten

Gründung

1030

Wahrzeichen

Johanniskirche

Geographische Lage

58°22 Nord, 26°43 Ost

Nächstgelegene, größere

Tallinn (185 km)

Einwohner

100.000

Studenten

20.000

Verkehrsverbindungen

Flughafen Tallinn; Bahnverbindungen nach Tallinn, Riga, Pskov; gut ausgebautes Straßen- und Bussystem in allen Teilen des Landes; kleiner Flughafen in der Nähe von Tartu

Internationale Events

Tartu Song Festival, Tartu Radrennen, Tartu Stadtmarathon, Tartu Ski-Marathon

Partnerstädte

Tampere (FIN), Turku (FIN), Hämmenlinna (FIN), Uppsala (SWE), Lüneburg (D), Pskov (RUS), Ferrara (ITA), Sailsbury (USA), Baerum (NOR), Fredriksberg (DK), Hafnarfjödur (ISL), Veszprem (HUN), Kaunas (LIT), Deventer (NL), Zutphen (NL)

Intern. Mitgliedschaften

Die Hanse, United Baltic Cities (UBC), International Council for Local Environmental Initiatives (ICLEI)

Projekte der Hanse

Hanse-Wirtschaftskooperationsdatenbank