Hansischer Städteführer Stade

Stade Städteführer Wappen

Adresse
Stadt Stade
, Hökerstraße 2, 21677 Stade
Tel.: 04141/401-0
Internet: www.stade.de
E-Mail: info@stadt-stade.de; stade.tourismus-gmbh@stade.de


I. Die Stadt

Die städtische Siedlung entstand einige Kilometer landeinwärts am Ende des 8. Jahrhunderts aus einem 994 erstmals erwähnten Schiffslandeplatz an dem kleinen Elbnebenfluß Schwinge. Noch im 12. Jahrhundert waren Hafen und Elbübergang bedeutender als Hamburg. 1209 erhielt Stade das Stadtrecht, 1259 ein Stapelprivileg für alle von See kommenden Waren. Es gelang Hamburg zwar bald, dieses Privileg zu durchbrechen, Stade blieb aber bedeutender Marktort der Unterelbe. Handelsprivilegien verbanden die Stadt mit Lüneburg, Celle und Braunschweig.

Stade Städteführer Stich Braun-Hogenberg
Stich Braun-Hogenberg
Im Laufe des 13. Jahrhunderts sind Stader Kaufleute in Gent, Utrecht und in Ripen(Ribe) in Jütland nachweisbar. Seitdem gehörte die Stadt auch der Hanse an. Von den großen Unternehmungen hielt sich die Stadt jedoch wegen seines Handels in Dänemark und den Niederlanden, später auch wegen nachlassender wirtschaftlicher Kraft fern, sondern suchte seine Interessen in Holland und Flandern mit der Hilfe des mächtigeren Bremen zu sichern. Zeitweise diente Stade auch als Ausweichplatz zur Umgehung des Stapels in Brügge. Wegen der Aufnahme der englischen Tuchkaufleute der Merchant Adventurers 1587 wurde Stade 1601 aus der Hanse ausgeschlossen.

Unter schwedischer Herrschaft (1645-1712) wurde die Stadt Verwaltungszentrum und zur europäisch bedeutenden Festung ausgebaut. Die Belastungen durch die europäischen Kriege Schwedens schwächten die wirtschaftliche Kraft der Stadt, die 1715 an Kurhannover fiel, jedoch nachhaltig. Erst im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt wieder langsam und fand den Anschluß an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Der Festungsring um die Stadt wurde erst seit 1880 niedergelegt; dadurch wurden nach 1900 eine erste geplante Stadterweiterung und die Gründung neuer industrieller Betriebe möglich.

Stade Städteführer Hansehafen und Schwedenspeicher
Hansehafen und Schwedenspeicher
Nach dem Ersten Weltkrieg fand Stade durch Eingemeindungen den Anschluß an die Elbe. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt, obwohl Einsatzleitstelle der Nachtjagd, weitgehend unzerstört. Durch die Aufnahme von mehr als 10.000 Flüchtlingen und Vertriebenen stieg die Einwohnerzahl über 30.000, die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen konnten jedoch nicht finanziert werden. Erst der Bau eines Kernkraftwerks 1967-72 und eine damit verbundene großflächige Industrieansiedlung an der Elbe gaben der Stadt seit 1973 die finanziellen Mittel, die nicht durch Kriege zerstörte historische Altstadt einfühlsam zu sanieren. Die Abschaltung des Kernkraftwerks im November 2003 war symbolisch für den Strukturwandel, den Stade in den kommenden Jahren zu gestalten hat.

Die Bevölkerungszahl hat in Hansischer Zeit 4.000 wohl nur wenig überschritten, sie ging im Laufe des 17. Jahrhunderts weiter zurück. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts blieb die Einwohnerzahl unter 4.000, erst bis 1900 wuchs sie auf 10.000, 1939 gut 17.000. 2004 leben in der durch die Eingemeindung des Umlandes vergrößerten Stadt etwa 46.000 Menschen.

Von dem kurz vor 1279 errichteten ältesten Rathaus haben die Gewölbe der Kaufhalle den großen Stadtbrand von 1659 überstanden. Sie erinnern zusammen mit dem Alten Hafen an die Hansezeit Stades. Ebenso machen die Struktur der Stadt und die Straßenführung die Hansezeit der Stadt sichtbar.

II. Die Überlieferung

Das Archiv

Stadtarchiv Stade, Johannisstraße 5, 21682 Stade
Tel. 04141/401460; Fax 04141/401462; E-mail: info@stadt-stade.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 8.30-12.00; Di 13.30-15.30, Do 13.30-17.30

 

Stade Städteführer Statuten v. 1249
Stader Statuten von 1279
Die Bestände sind erschlossen durch maschinenschriftliche Findmittel und Karteien. Eine vervielfältigte Beständeübersicht liegt vor. Ein Internetauftritt ist geplant. Die Dienstbibliothek einschließlich der Verwaltungsbücherei umfaßt etwa 15.000 Bände.

Die Bestände umfassen etwa 1.500 laufende Meter Urkunden, Akten, Zeitungen, Pläne, Fotos. Die Hauptmasse der archivischen Überlieferung setzt jedoch erst im 17. Jahrhundert um etwa 1640 ein. Sie reicht ohne größere Verluste bis an die Gegenwart heran. Die städtischen Bestände werden ergänzt durch die deponierte Überlieferung der Kirchen und der spätmittelalterlichen Brüderschaften sowie das Schriftgut einiger bedeutender Unternehmen.

Der Stadtbrand von 1659 hat den größten Teil des städtischen Archivs zerstört. Erhalten sind aus Hansischer Zeit die städtischen Privilegien ab 1204, ein nicht sehr umfangreiches Kopiar und die Bücher der freiwilligen Gerichtsbarkeit ab 1286, die mit den Aufzeichnungen des Grundstücksverkehrs und der Auflassung von Hypotheken die innere wirtschaftliche Entwicklung einer mittleren Hansestadt dokumentieren. Weitere Überlieferung zur Hansischen Geschichte ist daher vor allem zu suchen in den Quellenpublikationen zur Hanse sowie in den Briefbüchern und Kopiaren anderer Hansestädte.

Eine Besonderheit bilden die „Stader Statuten“ von 1279, die älteste erhaltene Stadtrechtshandschrift in Mittelniederdeutsch.

Wichtige Bestände für die Hansezeit und die frühe Neuzeit

I. Urkunden

Davon 77 aus der Zeit 1204-1598, insbesondere Privilegien

II. Amtsbücher und Handschriften
1. Stadtbücher
23 Bände 1279-1888: die Stader Statuten von 1279, das erste Stadtbuch (1286-1367), Erbe- und Rentebücher ab 1367, Kopiar 1204-1550
2. Ratsprotokolle ab 1632
3. Kämmereiregister ab 1619

III. Akten
1. Magistratsarchiv
In der Überlieferung befinden sich verstreut aus dem Brand gerettete Vorakten des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Literatur und Präsentation

Heinz Leptien: Stade als Hansestadt. Stade 1933.

Jürgen Ellermeyer: Stade 1300-1399. Liegenschaften und Renten in Stadt und Land. Untersuchungen zur Wirtschaftsstruktur einer Hansischen Landstadt im Spätmittelalter. Stade 1975.

Jürgen Bohmbach (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt Stade. Hildesheim/Stade 1981.

Jürgen Bohmbach (Red.): Handbuch der Niedersächsischen Hansestädte. Stade 1983.

Jürgen Bohmbach, Christian Lübbers, Gerd Mettjes, Wolfgang Münchenhagen: STADE. München/Zürich 1988 (Große Kunstführer, Band 150).

Jürgen Bohmbach (Red.): STADE. Von den Siedlungsanfängen bis zur Gegenwart. Stade 1994.

Fernhandel und Stadtentwicklung
im Nord- und Ostseeraum in der hansischen Spätzeit (1550-1630). Symposion zum 14. Hansetag der Neuzeit in Stade am 8. und 9. April 1994. Stade 1995.

Das Regionalmuseum im restaurierten schwedischen Provianthaus (Schwedenspeicher) am Hansehafen des 13. Jahrhunderts zeigt die Stadtentwicklung anschaulich. Dabei wird auch die Hansezeit optisch eindringlich präsentiert.

In der Karte

Zahlen und Fakten

Gründung

994

Wahrzeichen

Kirche St. Cosmae, Fischmarkt mit dem Alten Hafen

Nächstgelegene, größere

Hamburg, Cuxhaven

Einwohner

ca. 46.000

Studenten

--

Verkehrsverbindungen

Mit der Bahn im Taktverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven; mit dem Auto über die B73 (Hamburg-Stade-Cuxhaven) oder B74 (Bremen-Bremervörde-Stade); mit dem Katamaran elbe-city-jet (Hamburg-Stade)

Typisches

Stader Rot (Rotwein), Stader Eierbier

Internationale Events

Holk-Fest -Die Hanse lebt-

Partnerstädte

Goldap (Polen); Karlshamn (Schweden); Givat Shmuel (Israel)

Intern. Mitgliedschaften

Die HANSE, Union of the Baltic Cities

Projekte der Hanse

Hanse-Wirtschaftskooperationsdatenbank