Salzwedel, 04. April 2008

Vorab-Besuch der Hanseradler in Salzwedel

22.000 Kilometer im Namen der Hanse
Vilnius, Tallinn, Soest oder Tartu, Riga, Zwolle oder Gdansk – seit 1987 lassen Gerd Clausen und Hans Potratz keinen Internationalen Hansetag der Neuzeit aus. Die beiden Lübecker sind die berühmten Hanseradler, eine wahre Institution eines jeden Hansetages.


Egal ob Finnland, Schweden, Polen oder Lettland, keine Entfernung ist dem Duo zu weit. „Wir gehören einfach dazu“, sagt der 62jährige Potratz. Am Donnerstag machten sie eine Stippvisite in Salzwedel und überbrachten Ulrich Damke von der HanseCrew Grüße und Mitbringsel aus Lübeck, der „Königin der Hanse“.

Etwa 22 000 Kilometer haben die beiden passionierten Radfahrer bisher für ihre Stadt im Namen der Hanse zurückgelegt, mit dem Rad oder auch mal mit dem Stechpaddel. Und - das ist ihnen besonders wichtig - dabei „immer auch eine Spur der Sympathie durch Europa“ gelegt. Humor, gemischt mit Erfindungsgeist, Herzlichkeit und Spontaneität, zeichnet das Radler-Duo aus.

Unterwegs sind die beiden auf Liegefahrrädern. Im Begleitauto werden das nötige Gepäck und der Proviant transportiert. Sie übernachten in Zelten oder auch unter freiem Himmel. „Es ist phantastisch“, erzählt Potratz. Drei bis vier Wochen sind die beiden Ruheständler jedes Jahr auf diese Weise unterwegs.

Ihre Touren sind weitaus mehr als „Aktiv-Urlaub“, sie sehen sich als Hanse-Botschafter und wollen die Lust und das Interesse sowohl an der historischen Hanse als auch an der Hanse der Neuzeit wecken. Und dabei natürlich auch für ihre schöne Heimatstadt Lübeck werben. „Wir sind vom Hansevirus infiziert“, erklärt Gerd Clausen (64) und lacht. Denn dieser Infekt bereitet größte Freude. Unvergessliche Begegnungen und Momente haben die Hanseradler auf ihren Touren erlebt. Neue Kontakte und Verbindungen sind entstanden, sogar Schüleraustausche und gemeinsame Jugendprojekte haben die beiden inzwischen vermittelt. Und das Wiedersehen auf den jährlichen Hansetagen sei, so schwärmen die Radler, „immer wieder überwältigend“.

Für die Fahrt zum 28. Internationalen Hansetag in Salzwedel mit - so das witzige Duo - „seinen Baumkuchenwäldern“ sind die Vorbereitungen nahezu abgeschlossen. Nur die Entfernung mit knapp 200 Kilometern war den beiden Radlern etwas zu kurz. Sie verdoppelten die Strecke kurzerhand: Ihre Route führt nun durch vier Bundesländer und fünf Hansestädte über Wismar, Kyritz und Havelberg. Los geht es am 26. Mai in Lübeck. Mit dabei haben sie neben Flyern und Info-Material für den Hansetag in Salzwedel leckeres Marzipan und den Lübecker Rotspon-Wein – für ihre vielen Begegnungen auf dem Weg nach Salzwedel.

Auf jeder Fahrt zum Hansetag tragen die beiden Socken in den passenden Stadtfarben: Fleißige Strickerinnen – sie sind begeisterte Fans der humorvollen Hanseradler - haben für Salzwedel 2008 schon fesche Socken fabriziert. Anders als bei dem deutsch-polnischen Hansetag in den beiden Städten Frankfurt/Oder und Slubice gehörte das mit den beiden Farben rot und weiß zu den leichteren Übungen.

Hanseradler in Salzwedel

Hanseradler Hans Potratz überreicht Ulrich Damke den Lübecker Wimpel für das Hansebüro. Gemeinsam mit seinem Freund Gerd Clausen traf er in Salzwedel letzte Absprachen für den Besuch zum Hansetag. Foto: Hanse-Crew


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